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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 94 -
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94 JournalistischeArbeiten habenihreReportagenauchnichtsvonderKlĂ€gersBerichtanhaftenden„Am- bivalenzzwischensozialemApellundExotismus“,295wiesieMattlkonstatiert hat, ansich. SiebeschreibtdasUmfeld,demsieselbstentstammt,waseineTarnungdurch dasAnnehmeneiner fremdenRollezumZweckederAuthentizitĂ€tssteigerung, dieWinter Reportern nahelegt, obsoletmacht. Dies tut sie, wie Rosenfeld befindet, ineinem„herbenStilderWirklichkeitstreue,dernichtsmitdervon betriebsamenLiteratenerfundenen ‚NeuenSachlichkeit‘undauchnichtsmit der ‚dichterischenReportage‘, hinter der sichdichterischesUnvermögen in letzterZeitsogerneverbirgt“,296zutunhat,womiter indirektdiehybrideForm derSozialreportageanspricht. DieSozialreportagebewegt sichnichtnur indemGrenzfeldzwischenLi- teraturundGeschichtsschreibung, indemsiedasBildderakademischenGe- schichtsschreibungumdieBeschreibungalltĂ€glicherLebensweltenerweitert, sondernauch indemzwischenLiteraturundJournalismus, insofernsiemit unterschiedlichen literarischenTechnikenBeziehungzursozialenGegenwart herzustellenversucht.297 ImSpiegelderSozialreportageentdeckesich, soRie- senfellner, „dasGesellschaftlicheals sozialeBeziehungvonPolitischemund Privatem“.Siezeige, indemsie sowohlMikro-alsauchMakroebenederGesell- schaft(d.  h. sowohlgesellschaftlicheAblĂ€ufealsauchdenBereichdesIndivi- duums) indenBlicknimmt,den„vergesellschaftetenMenschen“.298 Insofern bewegtsichauchFeldmann,wiebereits imEinleitungsteildieserArbeitange- merkt, zwischendenbeidenaufeinanderbezogenenSphĂ€rendesÖffentlichen unddesPrivaten,undsieht sich,wie aus einemihrerBeitrĂ€ge fĂŒrdasNeue Wiener JournalausdemJahr1919hervorgeht, selbst inderTraditionderSo- zialreportage.Darin spricht sie auch die gesellschaftspolitischeDimension desGenres an: „Der sozialeTagesschriftsteller hat dieAufgabe, nicht allein aufklĂ€rend, sondernauchwarnendzuwirken.“299 DasssiedasKonzeptderSozialreportageauchaufdieLiteraturĂŒbertrĂ€gt, zeigt sichanandererStelle,wosievom„soziale[n]Dichter“spricht,der,um 295 SiegfriedMattl:DaswirklicheLeben.ElendalsStimulationskraftderSicherheitsgesellschaft. ÜberlegungenzudenWerkenMaxWintersundEmilKlĂ€gers. In:WernerSchwarz;Marga- retheSzelessu.  a. (Hg.):Ganzunten.Wien.ChristianBrandstĂ€tterVerlag2007.S.  111–117. Hier:S.  111. 296 FritzRosenfeld:ElseFeldmann:LiebeohneHoffnung. In:Bildungsarbeit.Nr.:12.12.1928. S.258-259.Hier:S.259. 297 Vgl.: StefanRiesenfellner (Hg.):DerSozialreporter.MaxWinter imaltenÖsterreich.Wien. Verlag fĂŒrGesellschaftskritik1987S.  1ff. 298 Ebd.:S.  1. 299 ElseFeldmann:Kondensmilch. In:NWJNr.:9137.10.04.1919.S.  4. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand