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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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112 JournalistischeArbeiten DieKriterien für einenethischenundgesellschaftlichverantwortlichhandelnden Jour- nalismuswarenoffensichtlichwenigerObjektivität undAusgewogenheit, sondern stär- kerUnabhängigkeit,WahrheitundWahrhaftigkeit, auchParteilichkeit!391 DieObjektivitätbetreffend,bleibenFeldmannsBeiträge, imUnterschiedzu denenBrunoFreis,der inseinenGängendurchdieWienerElendswohnungen sehrdetaillierteAngabenzuLage,Mietpreisen,EinkommenundLebenshal- tungskostenmacht,392 tatsächlichoftauch sehrvage (z.  B.: sehr arm,kleine Wohnung,wenigGeldetc.). IhrFokus liegteindeutigdarauf,wiedieMenschen ihrUmfeldunddiedarausresultierendenUmständesubjektiverleben.Anders als ihremännlichenKollegenberichtetsiewenigervondenäußeren,objektiven GegebenheitenalsvondenAuswirkungenderselbenaufdasInnenlebender Menschen,wofürderTitel ihrerSerie imNeuenWiener Journal:Bildervonder menschlichenSeelebezeichnendist. Sostehtz.  B.denknappumrissenenEckdatendesLebenseinerErzieherin –„Ichdiene fürhundertKronenmonatlichunddasbißchenEssen.Lungen undHerzsindaufgebraucht;dieSehkraftderAugenhatgelitten[…].“–eine weitausausführlichereSchilderungihressubjektivenErlebensgegenüber,wobei FeldmannderFrauselbstdasWortüberlässtunddamitgewissermaßeneiner von„vielenTausende[n]gleichgestellte[n]arme[n],einsame[n],dienende[n] Mädchen“eineStimmeverleiht: Nie für sichseinkönnen; immer fürdieWünscheandererdaseinmüssen.Bis jetztwar Kampf.Man setzte sich zurWehr im Innersten. Ichdachte anmeinVaterhaus, anden gedecktenTisch beimeinen Eltern, an die LiebemeinerMutter und daß ich es nicht verdiene,vernachlässigtundrohbehandelt zuwerden; ichverdieneesnicht [Hervorh.v. E.  F.].Sogutgeborenwieihr,dachteich,binichauch.DannkamdieSchamunddieDe- mutdesAlterns.Jetztspüreichlangsam,wiederKampfaufhört,undichergebemich.393 Zeugnis für ihrEintretenfürWahrheitundAuthentizität legennichtnur ihre Texteselbstab, sondernauchderbereitsangeführteBriefandenRedakteurder ArbeiterZeitungOttoKönig, indemsiedie IntentionihrerTexte,dieLebens- realitätderArbeiterungeschöntdarzustellen, gegenüber ihremmännlichen Kollegenverteidigt.394 Mit ihrerbeharrlichenParteinahmefürKinderundJugendlichebehauptet siesichaufeinemGebiet,dasfürmännlicheKollegenoffensichtlichnicht indie 391 ElisabethKlaus;UllaWischermann: Journalistinnen.O.  a.: S.  357. 392 Vgl.u.  a.:BrunoFrei:EinGangdurchWienerElendswohnungen.Einstundjetzt. In:DA 11.01.1918.S.  3–4;ders.:EinFavoritnerHeim. In:DA25.01.1918.S.  4. 393 ElseFeldmann:DieErzieherin. In:NWJNr.:9229.13.07.1919.S.  9–10.Hier:S.  9. 394 Vgl.: S.  44vorliegenderArbeit. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand