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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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Publikationsplattformen 123 InAnwasMariedenkt…stellt sieden‚lobenden‘WortendesDoktorsaufdie Frage,obderalteHerrnichtdochineinSanatoriumgebrachtwerdensollte– „‚Abernein,vorläufignicht.Erhatjaalles.DiePflege!UnddiesebraveMarie!‘“–, dieGedankendesDienstmädchensgegenüber: „‚Sechsmal inderNachtbringt sie ihmsiedendesWasser!Undwasmanvon ihr verlangt!Ausruhenkennt sienicht!‘“456DieHerablassungundversteckte Instrumentalisierunghinter demvorgeblichenWohlwollen ihrerDienstgeber–„Wennwerkrank ist inder Familie, gibt esnurdieMarie! Sie scheutkeineArbeit, dasmußmansagen! SiehataberauchunserganzesVertrauen!Wirvertrauenihrblind!“–wird im KontrastzudeminnerenMonologder fünfundvierzigjährigenHausgehilfin, die der Familie seit 14 Jahren ohneUnterbrechung dient, deutlich: „Ja, in der Familie ist immerwer da; wer aberwirdmir…? […]Werwirdmich pflegen,wenn ichkrankbin?WerwirdmirheißeBrüheaufgießen,Wasser reichen,Umschlägemachen–allesmitLiebeundSchonung–,wennichalt undkrank…“.457 Die skrupelloseAusnutzungvonDienstbotenbringt Feldmann in einem BeitragüberHausgehilfinnenimSpitalmit ironischemUntertonzurSprache: DerSommerist ihreZeit. ImSommerdürfen [Hervorh.v.E.  F.] siekrankwerden.Es ist oftmalsdiebesteLösungdesstrittigenPunktes:Urlaub.[…]SehrhäufigsindimSommer dieHalskrankheiten,Anginaundüberhauptdie infektiösenKrankheiten.DieHausge- hilfin kannnicht heikel sein, siemußüberall zupacken;wenn einKindoder auch ein Erwachsener erkrankt, ist es nicht geradedieHausgehilfin, dieman isoliert, damit ihr nichtsgeschieht.458 Konkret schildert siedieReduktionvonDienstbotenauf ihreArbeitskraftu.  a. anhanddesBeispiels ihrerFreundin, die alsErzieherin zweierBubennicht geschontwird.Alsdie beideneine schwereKrankheit durchmachen, bleibt diesebei ihnen,hält Nachtwache[…]währenddieMamaschlief–(keinenAugenblickdachtejemanddaran, dasFräuleinkönntedieKrankheiterben), ichwaralsoachtWochenPflegerin, imFieber kratztenundbissendie Jungen–eswar einMartyrium,bei ihnenzubleiben, aber ich wurdenichtgefragtundmußteaushalten.459 456 ElseFeldmann:AnwasMariedenkt. In:AZNr.:215.08.08.1927.S.  7. 457 Ebd.:S.  7. 458 ElseFeldmann:HausgehilfinnenimSpital. In:ASNr.:35.23.09.1934.S.  3. 459 ElseFeldmann:DieErzieherin. In:NWJNr.:9229.13.07.1919.S.  9–10.Hier:S.  9. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand