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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 128 -
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128 JournalistischeArbeiten EntsprichtdiegenaueDarstellungdesGesehenendenKriterienderNeuen Sachlichkeit, sostehendienegativkonnotierteWertungder„gierigen,schlauen Augen“der imAutozudenVergnĂŒgungsstĂ€ttenfahrendenHerrensowieder letzte Satz – „Wo ist einWeg zu all diesenMenschen in denHĂ€usern und Straßen?Wie istesmöglich,allezuverstehen,Leidenzu lindern[
]?“–der vonKischgeforderten ‚unbefangenenZeugenschaft‘473 entgegen. NebendasMomentdesBeobachtenstritt inFeldmannsTextenimmerwieder auchdasdesgenauenHörensundZuhörens: Diese Straßenbahnfahrten sindungemein lehrreich fĂŒrmich, ein stetes FeldderBeob- achtung; ichkennedieseMenschenalle sogut,dieFalten in ihrenGesichtern, ihreLei- denundKrankheiten, ihreHĂ€uslichkeit.Das ist fĂŒrden richtigen scharfenBeobachter, der ‚intuitiv‘ schaut,nichtschwer.DennnichtKleider,Haartracht,Gesichtsausdrucker- zĂ€hlenmir von ihnen,neinnichtdas allein– sie sprechen [Hervorh.v.E.  F.] –mitdem Nachbar,demSchaffner,denKindern–unddasSeltsameereignet sich, einen fremden MenschenplötzlichĂŒber sichsprechenzuhörenundEinblick inseinLebenzubekom- men.474 Auchaus imVorbeigehenmitgehörtenGesprĂ€chenergibt sichAufschlussĂŒber dasLebenderMenschen:„WillmanGroßstadttragödien imVorrĂŒbergehen erlauschen“, soFeldmann,„sobrauchtmannureinenMarktzubesuchen.Hier spielt sicheineigenartigesStĂŒckLebenderFrauab.UngeboreneDramenund KomödiensucheneinenAutor.“475 Feldmanns starkwirklichkeitsbezogeneTexte sindAbbild ihrerZeit.Der ErzĂ€hlungVonGnĂ€digenund‚Dienstboten‘ stelltFeldmannalsMottoeineZeile PeterAltenbergs voran, die da lautet: „Das Lebendichtet,wir schreiben es auf.“476 SĂŒskind,derdem‚neuenRealismus‘eine„ungeheureSachlichkeit“beschei- nigt, eine„mitderesnichtganzgeheuer ist,weil inWirklichkeitdieSachen sichselberdichten“, siehtdieAufgabedesKĂŒnstlersdarin,dieserWirklichkeit „seineFeder, seinenStift, seinspiegelndesGedĂ€chtnisundGewissen“zugeben, wozuihm–imGegensatzzudenmeistenanderenAutoren–geradeFrauen (undalteLeute)befĂ€higterscheinen: 473 Vgl.:EgonErwinKisch:DerrasendeReporter (Vorwort). In:AntonKaes(Hg.):Manifeste undDokumentezurdt.Literatur1918–1933.Stuttgart.Metzler1983.S.  319–321. 474 ElseFeldmann:WieglĂŒcklicheKinder leben. In:AZNr.:155.05.06.1928. 475 Dies.:DieFrauaufdemMarkte. In:LiebeohneHoffnung.Berlin.BĂŒchergildeGutenberg 1928.S.  16–19.Hier:S.  16. 476 Siehe:ElseFeldmann:VonGnĂ€digenund‚Dienstboten‘. In:LiebeohneHoffnung.O.  a.:S.  43. Ihnhat siebei einemKuraufenthalt aufdemSemmering1912persönlichkennengelernt; vgl.: S.  92vorliegenderArbeit. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand