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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 138 -
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138 Romane DieherbstlichenSpaziergängemitdemKindermädchenPloni indie„Wildnis desPraters, amSaumedergroßenFeuerwerkswieseunddannhinüberkreuz undquerdurchdieKrieaubeimtotenWasservorbei“erscheinenaberschon ambivalent, als lustvollundbedrohlich,herbeigesehntundgefürchtetzugleich: AmnächstenTagewollte ichnichtwiedermitgehen. Eswarmir bange vorPlonis ein- samenWegen.Auchwäre ich gerne einenTag zuHause geblieben, hätte beimFenster gesessenundgedacht:wieschönwirdes jetzt indenPraterauensein! (LZ16f.) Jahrespäter, amSchlussdesBuches,wandertdieErzählerinwieder,diesmal mit ihrerFreundinLeonore,durchdienun„lieblicheBaumwildnisderKrieau“, einstBedrohliches istgewichen–„Die langePrateralleeglicheinemriesigen Festsaal.“ (LZ161)–unddieNaturbietetnundieKulisse füreinenoptimisti- schenSchluss. DerErfahrungsraumNaturfungiertabernichtnuralsKontrastfolievonFrei- heit,WeiteundSchönheit imGegensatzzuEnge,BegrenztheitundHässlichkeit des„Großstadtgefängnisses“,511 sondernauchalsHintergrundderSchilderung vonGefühlenderEinsamkeitunddesAusgesetztseins: IchnahmdenWegindenAugarten.Allesverschneit,weiß,weißundstill.[…]Ichstäub- tedenSchneevoneinerBank fortundsetztemich. […]Nein, ichwarkeingutesKind; mitmirwarauchniemandgut. […]DerSchneefraßsichdurchmeineSchuhe.Eineisi- gerNordstießmirdieaufgewirbeltenBlätterleicheninsGesicht. (LZ60) StilisierungundStilpriorität MittelsderdurchgängigeingenommenenKinderperspektive,die sich imLaufe desHeranwachsensgeringfügig anpasst, aber auchzahlreicherdialogischer Passagen,512dieals IntegrationnichtzurAutobiographiegehöriger„Fremd- elemente“513gewertetwerdenkönnen,nimmtFeldmanneine„absichtsvolle stilistischeFormungdesWerkes“514vor,diezurHerauslösungausdemrhetori- schenKontextklassischerAutobiographienunddamitzueinerLiterarisierung führt,diedemTextästhetischeAutonomieverleiht. So hat die Sprache desVaters, als er über dieCholeraepidemie in seiner Heimatberichtet, eineFärbung,diesiedeutlichvomübrigenTextabhebtund 511 Felix Salten:ElseFeldmann:Löwenzahn.EineKindheit. In:NFPNr.: 20611. 15.01.1922. S.  31. 512 Vgl.:LZS.  32,  33,34,39,40,43ff.,53,56,63,68,69,71,76,78,85,91,97,102,108,111,125, 128,132,136,141,147,150,160,164. 513 Vgl.:MichaelaHoldenried: ImSpiegeleinanderer.ErfahrungskriseundSubjektdiskurs im modernenautobiographischenRoman.Heidelberg.CarlWinter1991.S.  167. 514 Dies.:Autobiographie.O.  a.: S.  49. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand