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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 149 -
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LeibderMutter (1924) 149 NaturseiderMenschbestrebt, sichseineIndividualitätgegenüberAnpassungs- zwängenvonaußen, seiendiesenatürlichoderkulturellbedingt, zubewahren. Indem„WiderstanddesSubjekts, ineinemgesellschaftlich-technischenMecha- nismusnivelliertundverbrauchtzuwerden“,549 siehtSimmeldasGrundpro- blemdesmodernenMenschen,alsdessenPrototyperdieFigurdesmodernen Großstädtersannimmt. ImFolgenden soll der ProtagonistAbsalonLaich, der unter andereman ebendiesemDilemma–AnpassungversusSelbstverleugnung–zerbricht, in BezugzuSimmelsFigurdesmodernenGroßstädtersgestelltwerden. Durchden„raschenundununterbrochenenWechseläußererundinnerer Eindrücke“, die „rasche Zusammendrängungwechselnder Bilder“, so Sim- mel,kommeeszueiner fürdasmoderneGroßstadtlebenparadigmatischen „SteigerungdesNervenlebens“, dasmannigfaltigereAnforderungen andas BewusstseindesMenschenstellt, alsdiesdasgleichförmigeLebenzumBeispiel aufdemLandoder inderKleinstadt tut. AlsGroßstadtbewohner istauchLaichübersteigertenNervenreizenausge- setzt:Nichtnur indemHaus, indemer sich eingemietet hat, „einem jener entsetzlichenMietshäuser, indenenachtParteienaufeinemGangwohnen; in vierStockwerkenundErdgeschoßräumenmehrMenschenbeisammenhausen als inmanchemDorf“(LDM12),„fehltesanRuhe“(LDM13):„Türenwurden zugeschlagen,esrochschlechtundeswareineigentümlicherLärm,dernichtin PolternundRufenbestand;eswareineinziger,verhaltenerSchrei,derüberall lag,alshättemanhiergemordetundgewürgt.“(LDM16)AuchindenRäumen derRedaktionpulsiertdasgroßstädtischeLeben: „DerChefklingelte,über- gabdemDienerZeitungsausschnitte […].DaläutetedasTelephon;Fernamt meldetesich.ManbrachtedenSatz fürdasAbendblatt.Berlinsprach.“ (LDM 104) ImKontrastdazustehen lautSimmel „dieKleinstadtunddasLandleben, mitdemlangsameren,gewohnteren,gleichmäßigerfließendenRhythmusihres sinnlich-geistigenLebensbildes“,550wieer imRomandeutlichzumAusdruck kommt:„HierkonntennervöseMenschenihreUnruheverlieren–hierkonnten Krankegenesen. […]dasLebenverfloßruhig.“ (LDM174f.)Laich,dereinige Zeitbei seinerFamilie aufdemLandverbringt, erlebthier„seligeTage, voll ungeahntenFriedens“(LDM176). Anhanddes„tiefenGegensatz[es]“zwischenStadt-undLandlebenkreist Simmel den „intellektualistischenCharakter des großstädtischen Seelenle- 549 Ebd.:S.  116. 550 Ebd.:S.  117. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand