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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 152 -
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152 Romane NacheinerPhasewirtschaftlichenAbschwungs,bedingtdurchdieschlechte psychischeVerfassung, indieLaichinderGroßstadtgerät,stehteralsBittsteller vorseinemChef,der ihnmitMissachtungstraft: […]ersahihnweiternichtan.ErholteeinSchriftstückvomSchreibtischundgingwieder hinein. Er führtedrinneneine lauteAuseinandersetzung.Manchmal lachte er laut auf, wiesatteMännerüber fünfzig Jahre lachen.HateinerGeld inderTasche–denktLaich, alleingelassen–,dannsagt er sich, gut, ichkannauchohneAchtung leben.Einerohne Geldhängtdavonab,daßmanihnachtet. (LDM103) Indieser prekärenLagewird einmalmehrLaichsZerrissenheit, sein ambi- valentesErlebenderGroßstadtdeutlich:FaszinationundAnziehungaufder einen–„DasHöchstegalt ihm:Journalist inderGroßstadt.“(LDM47)–,Elend undAusgestoßenheitaufderanderenSeite: „DawardiegroßeStadtmit ihren Häusern,derArbeit,desGelderwerbs,der tausendMöglichkeiten, reichund angesehenzuwerden.Underschlepptesich,abgemagert,ohneeinenHeller in derTasche, traurig,verwahrlostdurchdieStraßen.“ (LDM161) Individuelles, alleGemütsbeziehungenzwischenMenschen,denenmittels Logiknichtbeizukommenist, soSimmelweiter,bleibedemreinverstandes- mäßigenMenschenunzugänglich.GenausonivellieredasGeld jedeEigenart einerSacheoderPerson, indemes lediglichnachdemTauschwert fragt. ZwischenmenschlicheBeziehungen,dieallesamtauf Individualitätgründen, werdensoausschließlichnachLeistungundGegenleistungbeurteilt–Simmel nennthierunteranderemdieBeziehungdesGroßstädterszuseinenDienstbo- ten,mitdenenerwiemitZahlenrechnet: „WerüberdieZeit als Junggeselle gelebt hat“, bemerkt einKollegeLaichs, „weiß,was es heißt, sich bezahlten undfremdenMenschenindieHändezu liefern.“ (LDM35)Die„übertrieben herzlichenMienen“beiAufnahmederGäste indenbilligenHotels, „alskäme eineKindinsElternhaus“, sindnichtecht:„AberhaustemanersteinigeZeit darin,warmanihnennichtmehralseinHandtuch.ManwareineNummer, diekam,dieging,bezahlteoderschuldigblieb.“ (LDM234) DieMarktwirtschaft,beiderAbnehmereinerWaredereneigentliche,durch dasPrinzipderArbeitsteilungvervielfachte,ProduzentenniezuGesichtbe- kommen,nährteine„unbarmherzigeSachlichkeit“,deren„verstandesmäßig rechnenderwirtschaftlicherEgoismuskeineAblenkungdurchImponderabilien persönlicherBeziehungenzufürchten[hat]“.555DiesenGeistdesKapitalismus prangertLaich imKreiseseinerFamiliewütendan: ‚SehtdieKapitalisten, siepressenundschindenesaus ihrenArbeiternheraus. IhreGe- schäftshäuser gleichen großenMühlen:ManwirftMenschen hinein und es kommen 555 GeorgSimmel:DieGroßstädteunddasGeistesleben.O.  a.: S.  117. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand