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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 162 -
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162 Romane NachdemVerkehrmitderDirnetratbeivieleneineArtgesteigertenLebensüberdrusses ein, eineArtWahnsinnundMelancholie.Es fehlteplötzlich jederSinndesLebens,und einegeheimeMachtwühlte in ihnenundtriebsie,dasWeibzuhassenalseinDing,das ihnenKraftundLebennahm;sievonderHöhederLust indenAbgrundderLeerewarf, ihnennichtsgabundallesnahm;dafürsolltensienochbezahlen?(LDM164) LautSimmeldienenbeide,BlasiertheitundAntipathie,dernotwendigenDi- stanzierungundAbwendung,ohnedie„dieseArtLebenüberhauptnichtge- führt werden könnte“. Er sieht sie nicht als krankhafte Entwicklungen des großstädtischenLebens, sondernvielmehrals„eine ihrerelementarenSoziali- sierungsformen“,579 alsGrundlageundMotorgroßstädtischerEntwicklungen an. IndemsienämlichdieVoraussetzungen füreingrößtmöglichesMaßan persönlicherFreiheit schüfen, sporntensiedenGroßstädterzuLeistungenan, die inanderemRahmennichtmöglichwären.Eine ‚Sozialisierungsform‘,die durchihrebeiFeldmannbeschriebenenAuswüchsedurchauskritischzusehen ist. DieVoraussetzungenfüreingrößtmöglichesMaßanFreiheit inderGroß- stadtexemplifiziertSimmelanhandhistorischerEntwicklungenfrühersozialer Bindungen.Die fordertenzuerst in relativkleinemKreis einHöchstmaßan Zusammenschluss gegenüber demAußenundbotendabei demEinzelnen kaumSpielraumfürindividuelleEntfaltung–ernenntpolitische, familiäreund religiöseGruppen.SokönneesmitdemAnwachsensozialerGemeinschaften zueinerLockerungder innerenEinheitkommen,wasdemIndividuummehr Freiheit zurSelbstentfaltunggewährt. DasgroßstädtischePhänomenderArbeitsteilung leistetdieserEntwicklung zusätzlichenVorschub.Legte„DasKleinstadtlebeninderAntikewie imMit- telalter […]demEinzelnenSchrankenderBewegungundBeziehungennach außen,derSelbstständigkeitundDifferenzierungnachinnenhinauf […]“580, soistdermoderneGroßstädterzwar‚frei‘vonEinengungenundPräjudizierun- gendurchdieGesellschaft–Lebensbedingungen,diedieUnabhängigkeitdes IndividuumsinhöchstemMaßfordernundfördern–,zugleichaberauchohne Halt,deneineGruppegebenkann:„[…]es istoffenbarnurderReversdieser Freiheit,wennmansichunterUmständennirgendssoeinsamundverlassen fühlt, alsebenindemgroßstädtischenGewühl.“581 FreiheitundVereinsamung DieKehrseitedieser ‚Freiheit‘,dasAusgesetzt-Sein inderGroßstadt, empfindet Laichschmerzhaft:„Erhatte […]lautgeweintvorVerlassenheit.“ (LDM19) 579 Ebd.:S.  123. 580 Ebd.:S.125. 581 Ebd.:S.  126. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand