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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 164 -
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164 Romane desRomansausgesehen,nochbevorstehendenmassivenAusgrenzungserfah- rung gestellt werden: Selbst aufgrund seines „etwas absonderlichenVorna- men[s]“(LDM31)verspottet, setztsichLaichfĂŒreinenkrankenJudenein,den dieKrankenschwesterauf seineVolks-bzw.Glaubenszugehörigkeit reduziert: „,Hastdu ihngemessen,denblinden Juden?‘Erweinte jedesmalmit seinen blindenAugen,wennereshörte. ‚Erhat einenNamen‘, schrie ich ihr indie Ohren. ‚ErheißtBlaustein!‘“ (LDM78) Ambivalentbesetzt istauchderBegriff ‚Heimat‘: „nichts liebteermehrals diealtenSachen,wiesie inseineröstlichenHeimatbei seinenElternzufinden waren“ (LDMS.  12). „Man soll dieHeimat nicht ohne zwingendenGrund verlassen“, sagtLaich,„dennkeine fremdeHilfe,nichtsersetztdieHeimatund dasVaterhaus.“ (LDM168)Gleichzeitigziehtes ihn indieFremde:„‚Einsweiß ich,hierbleibe ichnicht.Eherwandere ichbisandasEndederWelt
‘“(LDM 179) AuchinseinerHeimatunddereigenenFamilie istLaichAußenseiter: „wir werdenunsnichtverstehen“(LDM187).SeineAmbitionenals Journalistund Schriftstellerwerdenhiernichternstgenommen:„Oftgriffer [nachdemZei- tungsartikel],umihnderMutteroderdemBruderzuzeigen–aberer fĂŒrchtete die Ironiederbeiden.“ (LDM183)UndauchvonderSchwestersowieseinen ehemaligenSpielkameradenwirderals„Dichter“ (LDM184)verlacht. Zwar ist seine Familie um ihnbesorgt undder Bruder versucht, ihmzu helfen:„NimmeineStellealsSchreiber inmeinerKanzleian.DieStelle istwohl nicht frei, aber ichwerdedicheinschieben.‘“ (LDM187)Er istgleichzeitigaber umsovernichtender imUrteil: „‚Was ist denndeineArbeit soGroßes?Wir wissennicht,wasdas fĂŒreineArbeit ist!Sindesvielleicht–Gedichte,diedu schreibst?‘ [
] ‚Ichspuckedarauf‘, [
] ‚dubist verkommenundzugrunde gerichtet.‘“ (LDM186f.) LetztendlichbleibtauchLaichsVersuch,unterdenAusgestoßenenderGroß- stadteineHeimatzufinden,vergebens.Zwarziehtes ihntrotzseinesUnbeha- gens imVorstadtviertel„immerwiederzurĂŒck,wie ineinHeim“(LDM13f.), „Hier istmeineWelt–meineHeimat[
].“(LDM166)AbermanhĂ€lt ihnauch imVorstadtviertel „fĂŒreinenNarrenundSonderling“(LDM97)underbleibt unzugehörig; einFremderderzumewigenUmherziehenverdammtist: „Tag umTag,NachtumNachtwardasselbeProblem:aufdenStraßenodersonstwo herumbummelnoderdorthingehen,womanniemalsvorScheußlichkeiten sicherwar.“ (LDM  48) VonUnrast getrieben–„,[
] ichkannnicht immerauf einemFleck sit- zen
‘“(LDM186)–,bleibter–damitdembereitsangesprochenenKontext des JĂŒdischen, indiesemFallederantisemitischenVorstellungeinesAhasvers entsprechend–einewigWandernder: „Erwohn[t]evorlĂ€ufigineinemHotel, da ernichtwußte, ober sichnachOsternwiedernachAmerikaeinschiffen http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand