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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 188 -
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188 Romane essentialistischbzw.biologistischbegründeteGegenpositionengefundenwur- den“,635mitdenensich jedeFormdergeschlechterspezifischenDoppelmoral scheinbar logischableiten ließ. Mit sozialenbzw. ökonomischenBedingtheitendesPhänomensderPro- stitutionsetzt sichauchElseFeldmannauseinander,diesie in ihremRoman deutlichherausarbeitet. Ursachen GrundfürMarthasProstitution istdiematerielleNot,die sichnachdemTod derMutterverschärft.AlsauchnochderVater,derzudieserZeithäufigarbeits- los ist, insKrankenhausmuss,gerätdieFamilie ingroßefinanzielleBedrängnis: „WirstandenohneGeldda,dieMietesollte ineinpaarTagenfälligwerden.“ (MUA28)UndAntonia,dieeineStellealsSpitalsdieneringefundenhat,be- kommtihrenLohnerstamEndedesMonats. „WirbrauchtendasGeldsofort, wußtenniemanden,derunsetwas lieh,besaßenkeinenentbehrlichenGegen- stand,denmanzuGeldmachenkonnte.“ (MUA28)DaherbeschließtMartha, indasnurwenigeGassenentfernteHauszugehen,woihreSchulkolleginWa- ringer als Prostituierte arbeitet, und lässt sichdort von ihr indasGewerbe einführen. StarkesArgument dabei ist fürMartha dieMöglichkeit, schnell Geldzuverdienen:„[…]dieMädchen,diedort spazierengingen,verdienten Geld,undzwarbekamensiedasGeldsofortundmußtennichtwarten.“ (MUA 28f.)DamitverweistFeldmannnebenderausArbeitslosigkeiterwachsenden materiellenNot auf einweiteres gängigesMotiv für dieProstitution junger Mädchen:dasdesschnellenGeldes,oder–wiederAutordesArtikels inder Arbeiterinnenzeitungknapp,abertreffendformuliert:„Esrentiertsicheben.“636 Hügel,denBauer inseinerStudieheranzieht, verweistaufdieSchwierigkeit, mitregulärerArbeitgenügendGeldfürdenLebensunterhaltzuverdienen:„Wie elendabersinddieLöhne,die solchen jungenMädchenvondenArbeitgebern gewährtwerdenmögen.“637DasbekommtMarthazuspüren,als sie fürkurze ZeiteineStellebeieinerÄrztinannimmt: AlsesdannaberzurLohnauszahlungkam,klappte ichzusammen.Da lagmeinKuvert, meinNamestanddarauf,einlächerlicherBetragfüreinenganzenMonatArbeitvonhalb achtUhr frühbis achtUhrabends. […]EinenPappenstiel bekamichheraus. Ich sagte nichts.Aberichweißgarnicht,wasmitdemwinzigenSümmchenbeginnen.(MUA128) 635 Ebd.:S.  3. 636 F.  P. (=FranzProst?):ProstitutionundGesellschaftsordnung.BekämpfungderProstitution undihrerFolgen. In:ebd.:Hft.:23.S.  5–6.Hier:S.  5. 637 BernhardA.Bauer:WiebistduWeib?Wienu.  a.Rikola1923.S.  515. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand