Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 203 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 203 - in Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit

Bild der Seite - 203 -

Bild der Seite - 203 - in Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit

Text der Seite - 203 -

MarthaundAntonia(1934) 203 wird“.679NachBrettschneiderwerdenFrauen, andersalsdermännlicheZu- hälter,nichtausschließlichausmateriellenGründenzurKupplerin–zwar ist auchFenchelvonGeldgierangetrieben:„Wennein ‚bessererHerr‘beimirwar, pflegtesiemirnachheraufderTreppeaufzulauern,michzusichineindunkles Vorzimmerzuziehenundtierähnlichzuzischen: ‚Washat erdir gegeben?‘“ (MUA40)–; bei ihnen spielen „oft sexuelleMomentemit“.680 Fenchel hilft MarthabeimAnziehen,„sie fandmichnettundsauber“undbiedert sichbei ihrals„alteFreundin“an:„[…]ichsolledoch jederzeitmitallem,wasmich bedrückt,nurzu ihrkommenwiezueinerTante; liebesKindnanntesiemich.“ (MUA39)DieKupplerin ist,wieFeldmanninLeibderMutter anmerkt,meist „frühereProstituierte“ (LDM81). DieFigurdesZuhälters streiftFeldmanninderBeschreibungder„sexuellen Hörigkeit“681 ihrerKolleginBetty.Sieerklärt,warumsieMarthaeinenFreier zugeschanzt hat: „Ja, duweißt doch, dawarderBilly bereits da, undwehe, wennich inseinerGegenwartmiteinemflirte.Flirtenheißt inunseremKreise mehr,alswasmansonstdarunter indermodernenSprechweiseversteht (es heißt: intimsein).“ (MUA349) NachdemdasAnimieren in einerKneipe gemeinsammit ihrerKollegin RosaliezueinerOrgieausartet–„Ichhabe furchtbareAngst, siekönntenalle aufeinmalkommen.“(MUA63)–,beiderMarthaGiftinsGlasgeschüttetwird, beschließt sie, „ausdieserGegendfortzukommen, fortausFenchelsKabinen“ (MUA63),was ihr,verbundenmitZahlungeinerhohenSummesowieeiner tätlichenAuseinandersetzung,auchgelingt: Dabeimußte ichmit einemgroßen StückGeld bei der Fenchel verbluten.Wie hat sie mirzugesetzt.WasgabesfüreinGeschreiimHause.AnmeinenArmensindnochheute blaueFlecke, anderStirnKratzer, aberwegkamichdochzumGlück.Nunbin ich frei. (MUA64) AlsinWienam1.März1921alleBordellegesperrtwerden,hatjedeProstituierte „dasRecht, […] ineigenerRegiedasGeschäftzuführen“.DemnachistMartha eine„freiwohnendeDirne“,die sich„überall,woes ihrpasst“,682 ihrQuartier suchenkann.Siegeht insNobelviertelundnimmtdorteinZimmer ineinem Gelegenheitshotel: „[…]dassiehtbeiweitemvornehmeraus–meineeigene Erfindung–wie ichglaube.NatürlichverlangensieunverschämtePreise im Hotel.Abermirbleibtauchnochetwas.“ (MUA134) 679 KatjaKernjak:DerProstitutionsdiskurs inderösterreichischenProsader1920er Jahre.O.  a.: S.  23. 680 RudolfBrettschneider:Das feileWeib.TrieblebenundUmweltderDirne.O.  a.: S.  80. 681 Ebd.:S.  188. 682 BernhardA.Bauer:WiebistduWeib?O.  a.: S.  493. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
zurück zum  Buch Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit"
Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Else Feldmann: Schreiben vom Rand