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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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228 PoetikdesSchreibensvomRand StraßengibtunswiemitderBlendlaterneeinAbbildderZustände, indiewir geratensind.“748 AustauschfürMenschenunterschiedlichsterHerkunftundAbsicht ist auch derKurort indemMarthaundAntoniaabsteigen: GeradeübergroßeKurorteverstreutsichmanchmaleinGelichter–schaudirnurman- cheGesichter an. Erst gesternhaben sie imCasinodieBank gesprengt […].Übrigens solleseinAusländersein,dermit falschenJetonsarbeiteteunddieBanksprengte.Eben einBeweis,wasalles ineinemKurortzusammenkommt. (MUA268) DasRendezvous,vonSimmelals spezifischesoziologischeFormeinesDreh- punktesangeführt,bezeichnetnichtnurdasZusammentreffenselbst, sondern auchdenOrt, andemes stattfindet,wases indasSpannungsverhältnis von PunktualitätundFlüchtigkeit einerseitsundräumlich-zeitlicherFixierungan- dererseits stellt. Durch denZug des Einmaligen hebt sich das Rendezvous (Simmelsprichthiernichtnurvondemerotischenoder illegitimen)ausdem alltäglichenDaseinheraus,weil es sich inselhaftvondemkontinuierlichen Ablauf desLebensherauslöst unddadurch sowohl imMomentderZeit als auchdesOrteseinenbesonderenHalt fürdasBewusstseindarstellt. Sinnlich anschaulicheralsdieZeit entfaltetderOrtallerdingseinegrößereassoziati- veKraft,wodurch er fürdieBeteiligtenDrehpunktbleibt, umden sichdas gemeinsameErinnernentspinnt. NacheinemZerwürfniszwischenMarthaundWladimirsuchtsiedenOrt ihrererstenBegegnungauf:„AufeinerBank,dergewissenBank,ganznaheam Forellenteich,setze ichmichniederundfahrefort,über ihnnachzudenken.Ich kannmichnicht losreißen.Allesandere,das früherwar, istnichtmehr.“MUA 276)DasWarten istabervergeblich:„ErkommtnichtzurBank.“ (MUA277) Einen besonderenOrt wählt Feldmann für die Beschreibung der ersten körperlichenBegegnungderbeiden:FernabderZivilisation, ineinermittelal- terlichenKemenateaufeinerverlassenenBurg,kommteszudemeinerseits herbeigesehnten,andererseitsgefürchtetenZusammentreffen,dassichzunächst alsErfüllung–„DerMann,mitdemich innahesterBerührung liege, ist ein StückVertrauenundeinunendlichgroßesStückGlückfürmeinHerz. […]Ich erlebedasWunder. Ichhabeallesvergessen,binzumerstenmaleineFrau,die beimGeliebten liegt.“ (MUA308f.)–,dannaberalseineArtVergewaltigung gestaltet.DasZimmer, indassiederKastellangeführthat, istnämlichversperrt undalseraufdasvereinbarteGlockenzeichenhinnichtgleicherscheint,um aufzusperren, fühltMarthasich inderFalle: 748 Dies.:ElseFeldmann:Kaffeehausleben. In:DMNr.:51.23.12.1918.S.  5. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand