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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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240 PoetikdesSchreibensvomRand GeruchswahrnehmungenfindensichnochanzahleichenweiterenStellen des der detailgetreuenBeschreibungderWirklichkeit verpflichtetenWerks Feldmanns:SounteranderemindemFeuilletonüberdieEröffnungderWär- mestuben, indenenesnach„Heizung,Lysol, feuchtenundschmutzigenKlei- dern,nachVerwahrlosungundVerdammnis“765 riecht;beiderErinnerungan JohannasKrankenzimmer–„ImZimmerrochesnachÖlfarbeundKarbol.“ (LZ212)–sowie ineinerSzene inLöwenzahn,wodieElternvoneinerFahrt überLandamAbendnicht zurückkehrenunddieKindermitdemKinder- mädchenalleinsind:„EsrochnachnasserWäsche,SeifeundTerpentin.“ (LZ2 73) DieWohnungderFehrenheits istübersähtmitSchmutz,Laichstolpert„über MistundObstschalen.EswareinDunstundGeruch,daßeinemschlechtwer- denkonnte.“(LDM74)„EsströmteeinfürchterlicherGeruchvonWäschedunst undverbranntenKnochenheraus.DerGeruchwurde immerentsetzlicher, so langedieTüroffenblieb.EineHölle vonGestank.“ (LDM71)DasZimmer derkrankenProstituiertenFlora,derLaicheinenBesuchabstattet, ist „dürftig eingerichtet, schlechtgelüftet“ (LDM81)undbeieinemBesucheinerkranken Schulkameradin inderKindheitwillFeldmannnicht langebleiben,„weilder Kleistergeruchmirunangenehmwarundweilesüberhauptwie ineinemStalle roch“.766 SimmelgehtauchaufdieVeränderungenein,dieeineBeziehungdurchden ÜbergangvonräumlicherDistanz inräumlicheNäheerfährt.Dabeikannes nämlichnichtnurzueinerSteigerungder IntensitäteinerBeziehungkommen: „Plötzlichsteigteswild inmirauf, ichweißselbstnicht,was ichtu, ichweiß nicht,obmichseineNähe–jetztknappvordemEnde–soverrücktmacht,mir jedeBesinnungnimmt, […]“(MUA283)Genausogut ist ihreAbschwächung möglich: „Ichwollte, ichwärewieder daheim. Ichwürde auf alle Erholung verzichten, zuHause sein in den drei Räumen, ZimmerKüche, Kammer.“ (MUA297) IndemderÜbergangeinerBeziehungvonräumlicherDistanz inräumliche NähedieBetonungder innerenDistanz, dasAbsteckenpersönlicher Sphä- rensowiedasZurückweisenunangemessenerIntimitätennotwendigmacht, kannräumlicheNäheauchdirekteAntipathienerzeugen, Idealisierungeneiner Personabschwächenoderzerstören.SchwierigkeitendesZusammenlebens– „ZweiFreunde ineinemZimmer…Mach’dasFensterzu, ichvertragedieLuft nicht!Laßmichzuerstwaschen,waschdudichnachmir,damit ich früheraus demHauskomme;deinGurgelnmachtmichnervös!“ (LDM106)– treffen 765 ElseFeldmann:DieWärmestubensinderöffnet. In:AZNr.:330.29.11.1932.S.  6. 766 Dies.:KeineSchuhe. In:AZNr.:306.03.11.1928.S.  3. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand