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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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254 PoetikdesSchreibensvomRand durchetwas,daszueinembestimmtenZeitpunktnichtdiskursivierbar istund damitzum‚AußendesDenkens‘wird“,807begreift. DemWerkFeldmannssind,wie inAuseinandersetzungmitFoucaultsKon- zept imFolgendenzuzeigen seinwird, zahlreiche solcher alsHeterotopien bezeichnete ‚andereRäume‘eingeschrieben,womitsieaufdieMenschen,die andiesenOrtenvondemRestderGesellschaftabgeschlossensind,eineStimme verleihtundsie indasBlickfeldderÖffentlichkeit rückt. FoucaultsiehtdieModernealseine„EpochedesSimultanen,[…]desNahen unddesFernen,desNebeneinanderunddesAuseinander“,808 alsdie sieauch vonLiteratenderModerne begriffenund z.  B. beiMusil amBeginn seines RomansDerMannohneEigenschaftenbildlichgestaltetwird: Autos schossen aus schmalen, tiefen Straßen in die Seichtigkeit heller Plätze. Fußgän- gerdunkelheitbildetewolkigeSchnüre.WokräftigereStrichederGeschwindigkeitquer durch ihre lockereEile fuhren,verdicktensie sich, rieseltennachherrascherundhatten nachwenigenSchwingungenwieder ihrengleichmäßigenPuls.809 DieseVerschiebungderRealitätswahrnehmungvonderVorstellungeinesein- heitlichenNacheinanderhinzudereinersimultanen,wiesieMusilbeschreibt, legtdenErsatzdesbisherzeitlichbegriffenenModellsderWelterfahrungdurch einräumlichesnahe:„Wirsind,glaube ich, ineinemMoment,wosichdieWelt wenigeralseingroßessichdurchdieZeitentwickelndesLebenerfährt,sondern eheralsNetz,dasseinePunkteverknüpftundseinGewirrdurchkreuzt.“810 DerRaumstelltdabeiallerdingskeinevölligneueKategoriedar,dennbereits imMittelalter ortet Foucault eine „schicksalhafteKreuzung“811 vonRaum undZeit, für das ermit seinerUnterscheidung vonheiligenundprofanen, geschütztenundoffenen,wehrlosen, städtischenundländlichen,himmlischen undirdischenOrtenden„Raumtypder‚Verortung‘,derineinertranszendenten religiösenOrdnungverankert ist“,812 alsdominantannimmt. ‚RäumedesHeiligen‘ stellendabei imGegensatzzuprofanenFixpunktedar, „die traditionellesozialeOrdnungnichtnurzentrieren,sondernüberhaupterst sozialeOrdnungalseinengeordneten ‚Kosmos‘gegendasdrohende ‚Chaos‘ einerprofanenWelt schaffen,dienichtOrdnungseinkann“.813 807 Ebd.:S.  292. 808 MichelFoucault:AndereRäume. In:KarlheinzBarcku.  a. (Hg.):Aisthesis.Wahrnehmung heuteoderPerspektiveneineranderenÄsthetik.Leipzig.Reclam1992.S.  34–46.Hier:S.  34. 809 RobertMusil:DerMannohneEigenschaften.ErstesundZweitesBuch.Hg.v.AdolfFrisé. ReinbekbeiHamburg.Rowohlt1978.S.  9. 810 Ebd.:S.  34. 811 Ebd.:S.  34. 812 JörgDünne:EinleitungTeil IV:SozialeRäume.O.  a.: S.  293. 813 Ebd.:S.  293. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand