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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 257 -
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VonderGesellschaftabgeschnittene, ‚andereRäume‘–Heterotopien 257 EinBurschewares,vonsiebzehnJahren–erwareinKindwie ich–ausderRealschule. Er sagte zumir. ‚VordengroßenWeibernhabe ichAngst.‘ […]ErgabmirvierKronen […]MitdiesemerstenGeld lief ichnachHause. Ichwollteheutenichtmehr…(MUA 36) AmRandewird sie auch inLöwenzahn gestreift,woMariannesMutter auf denVorwurfderNachbarin, ihrDienstmädchenhätte siebestohlen,erwidert: „IchhabemeineeigenenSorgen,wennIhrSohnmeinDienstmädcheninsein Zimmernimmt, so istdasseineSacheundnichtdiemeine.“ (LZ2173) AndasEinsetzendererstenRegelblutungbeiihrerälterenSchwesterAntonia erinnert sichdieProtagonistindesRomansMarthaundAntonia folgenderma- ßen: Einmalwollte Antonia sich abends nicht auskleiden, sie sagte, sie wolle in derKüche schlafen.SielegtesicheinpaarSachen,KleiderundTücher,aufdieBankundwolltedort schlafen.DieMutter verbot es ihr, aberAntonia bat so lange, bis dieMutter schwach wurdeundnachgab. […]AlsAntonia amnächstenAbendwieder indieKüchewollte, fing ichanzuweinen, eshalfnichts, sie kamnicht zumir, erst amviertenAbend.Und nacheinigenWochendasselbe.Ummichzuberuhigen,flüsterte siemir zu: ,Nurnoch einpaarTage, dannkomme ichwieder.‘Waswardas für einabscheulicherOrt,wo sie schlief – in der Finsternis auf der hartenHolzbank. Ungeziefer in denMauerspalten, Küchenschaben.EswareinOpfer,das siebrachte,dennsie sagte leisezumir: ‚Wie froh binich,daßichwiederimBettschlafenkann,ichhabemichgefürchtet.‘Ichwarzuklein, umsiezuverstehen,aberwennichinspäterenJahren–wiemansagt–viel fürsiegetan habe, sowarmir jadoch fürdie armekleineAntoniaund ihre zarte, schamhafteSeele nichtszuviel. (MUA22f.) Mit bestimmtenOrten assoziierteKrisen- undÜbergangszuständewie die Pubertät,Geburt,KrankheitundSterben,die inderLiteraturderModerne zunehmendindenBlickpunktrücken, sindzentraleThemenbeiFeldmann.825 Sobeginnenz.  B.RilkesAufzeichnungendesMalteLauridsBrigge,derdie GroßstadtselbstalseinenkrisenhaftenOrtbeschreibt,miteinemSchwenküber eineganzeReihevonOrten,dieFoucaultalsKrisenheterotopienausgewiesen hat. So,alsohierherkommendieLeute,umzu leben, ichwürdeehermeinen,es stürbesich hier. Ichbinausgewesen. Ichhabegesehen:Hospitäler. Ichhabe einenMenschengese- hen,welcherschwankteundumsank.DieLeuteversammeltensichumihn,dasersparte mir denRest. Ich habe eine schwangere Frau gesehen. Sie schob sich schwer an einer hohenMauerentlang,nachdersiemanchmaltastete,wieumsichzuüberzeugen,obsie 825 InungefähreinemViertelderTextevonFeldmannspielenvonFoucaultalsHeterotopien beschriebeneOrteeineRolle. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand