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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Seite - 262 -
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262 PoetikdesSchreibensvomRand ImWiener Journalvon1919findet sicheinFeuilleton, indemFeldmanndie luxuriöseAtmosphäre ineinemsolchenSanatoriumbeschreibt–„Hierwar derDuftvonRosenimZimmer,dieWärmederGlashäuser.“–undüberden gesellschaftlichenHintergrundsowiedieUrsachederKrankheitenvondessen Bewohnernpolemisierendbefindet: „[…]einGeldsackhatteeinenanderen geheiratet–einGroßgrundbesitzhatte sichmiteinerTextilfabrikverbunden, dementsproßEpilepsieoderdieFallsucht.“ 840 InDieMachtdesRinges schildert siedasLebenineinemKurort, indemsich, andersals ineinemSanatorium,MenschenauseinfacherenVerhältnissenvon ihrenKrankheitenerholen.DarinbeschreibtsiediesichanbahnendeBeziehung zwischenzwei jungenLeuten,die–wie später auch imRomanMarthaund Antonia – zu einer den eintönigenAlltag durchbrechenden Sensation und gleichzeitigzumGesprächsmittelpunktdergelangweiltenKurgästeavanciert: Die alten griesgrämigen Leute sahen zu undwaren vollNeugierde.Daswarwohl ein kleiner, notdürftigerundabgestandenerRest von Jugend, der in ihnen rebellierte. […] DiealtenLeutesahenihnennach.Siewurdenboshaftundschlecht,undmancherächten sich imKlatsch.Eswurde spioniert undnachgeschlichen, […]einFieberwar los, eine Erregung.841 AlsSehnsuchtsort imSüdenhingegengestaltet sich für Johanna,die todkranke SchwesterMariannes inLöwenzahn,dieErinnerungan ihrenAufenthalt in derHeilanstalt fürkrankeKinderamMittelmeer,wohinsiedurchHilfeeines Arztesverbrachtwordenwar. Ichdachteandort.Wäreichdochimmerdortgeblieben.Hierfürchteichmich,wennich die anderenMenschen sehe, die großundaufrecht sind.Aberdortwar es schönunter LeidendenundKranken. […]SchwesterPia sagteoft ‚Gehnicht zurück indieses grau- sameLeben.‘ (LZ294) Einem„Palast“gleichtdasErholungsheim, indasAntonia,nachderGeburt ih- resKindesgebrachtwird:„[…]esduftetvonSauberkeit,ungebrochenflutetdas Sonnenlichtherein,überallgrünePflanzen–eineFreitreppe,breiteGängeund Hallen–,dieLandschaft, indieeshineingebettet ist, gleichteinemParadies.“ (MUA146) DemgegenübersindKrankenhäuserals institutionalisierterOrtvonKrank- heit, SterbenundTodqualitativ völlig anders aufgeladen: „Münder, fieber- vertrocknet, angstverzerrt, öffnen sich [hier] zumstummenSchrei: sie alle 840 ElseFeldmann:Sanatorium.In:NWJNr.:9375.11.12.1919.S.  3. 841 Dies.:DieMachtdesRinges. In:NWJNr.:9683.19.10.1920.S.  3–4.Hier:S.  3. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand