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Else Feldmann: Schreiben vom Rand - Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
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270 PoetikdesSchreibensvomRand Befindet sichderalte jüdischeFriedhof,vondeminderbereitsangeführten ErzählungDinidieRedeist,nochimInnerenderStadt,sobeschreibtFeldmann anandererStelledenschonweiteraußengelegenenWienerZentralfriedhof,der sichamEndederSimmeringerHauptstraße,wo„die ‚Unendlichkeit‘“beginnt, als„riesige[s]TotenfeldderMillionenstadt“871 erstreckt.AufseineZwischen- stellung nimmt Feldmannmit einer atmosphärischenBeschreibung dieses ‚anderenOrtes‘Bezug: Dünne Sonnenstreifen liegen über dem langenWege, der sich ohne Ende hinzieht in dieser Straße, inderdas lebendigeLebeneinenDoppelsinnzuhabenscheint.Keinan- dererBezirkWiensgleichtdiesem. ‚Nichteingeborene‘kennennurdieeineStraße;auch anWerktagen hat sie etwas von der Feierlichkeit des Sonntags: Leichenwagen fahren schnell andenHäusernvorbei.FremdenMenschenblicktmanhäufiginsAuge,dievon werweißwokommen, in schwarz umkleidetenHändenBlumenhalten.Menschen in ihrer traurigstenStunde.872 AuchaneinembesonderenOrt,wiedemFriedhof,werdenabergesellschaft- licheUnterschiededeutlich:„HiergibtesKreuzeundwiederKreuze;ander Wandentlang imganzenViereckehrwürdigeBürgergräbermitkostbarenMar- morsteinen,Topfblumen;PhotographieninUniformundinZivil.“873Dagegen erinnenam‚FriedhofderNamenlosen‘amDonauuferbeiAlbernnur„einfache Holzkreuze“874 aufdenArmengräbernandiedortausdemWassergezogenen Selbstmörder. DrittenskanndieHeterotopiemehrereOrteundPlatzierungen,dieanund fürsichvonihrerLokalisationunvereinbarsind,aneinemeinzigenOrtzusam- menlegen,wiez.  B.:Theater,KinosundGärten. Auf der Bühne desTheaters kann eine ganze Reihe von fremdenOrten aufeinanderfolgenddargestelltwerden, imKinowerdenverschiedeneRäume aufdieLeinwandprojiziertundderGartenoderParkist,wieFoucault schreibt, ein geheiligterRaum,wo innerhalb einesRechtecks die vierTeile derWelt repräsentiert sind, inderenMitte zumeist einBassinoderWasserstrahlden NabelderWelt symbolisiert: „DerGarten istdiekleinsteParzellederWeltund darauf isterdieTotalitätderWelt.DerGartenist seitdemältestenAltertum eine selige unduniversalisierendeHeterotopie (daher unsere zoologischen Gärten).“875 871 ElseFeldmann: Jute inSimmering. In:AZNr.:116.27.04.1928.S.  6. 872 Ebd.:S.  6. 873 Dies.:EinZwiegesprächumdenTod. In:AZNr.:302.01.11.1933.S.  5. 874 Dies.:Kulturarbeit I.DieÄrzte. In:DM47.25.11.1918.S.  5. 875 MichelFoucault:AndereRäume.O.  a.: S.  43. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 | CC BY-NC-ND 4.0 © 2021, Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Zeltgasse 1/6a, A-1080 Wien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Titel
Else Feldmann: Schreiben vom Rand
Untertitel
Journalistin und Schriftstellerin im Wien der Zwischenkriegszeit
Autor
Elisabth H. Debazi
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21213-3
Abmessungen
15.8 x 23.4 cm
Seiten
306
Schlagwörter
L
Kategorie
Biographien
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Else Feldmann: Schreiben vom Rand