Page - 181 - in Bildhauer Adolf Wagner von der Mühl - seine Herkunft und sein Werk
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181Wagner
von der Mühl
Glückwünsche sind nur ein schwacher Trost dafür, wie ihm in den letzten Jahren Übles widerfahren ist, z. B.
wie er von der NSDAP um seine Dozentenstelle gebracht worden ist. So schreibt er:
Wien, 6.7.49
An den Präsidenten der
Gesellschaft bildender Künstler Wiens
W i e n, I.
Karlsplatz 5
Sehr geehrter Herr Präsident !
Über freundliche Aufforderung erlaube ich
mir in aller Kürze, bezüglich meiner Dozen-
tur an der Technischen Hochschule Wien
(Lehrkanzel für Mosdellieren) folgendes zu
berichten:
Seit 1934 bin ich als Dozent an der Technik
tätig. 1938 - 1945 wurde ein Mitglied der
NSDAP (Prof. Thiede) an meine Stelle ge-
setzt. Zufolge Wiedergutmachungsgesetz
habe ich seit 1945 wieder die Stelle inne
und bin zugleich auch Vorstand der Lehr-
kanzel für Modellieren, ohne jede Hilfskraft.
Dies bedeutet bei einer Schülerzahl von
200 und mehr, eine gewaltige Mehrarbeit,
außer den wöchentl 4 Unterrichtsstunden.
Das Monatsgehalt ist heute mit allen Teue-
rungszulagen sage und schreibe S 119.-
Ich habe bis jetzt diese Arbeit geleistet, weil
ich mich der berechtigten Hoffnung hingab,
in Kürze die Professur zu erreichen. ...
Im Archiv der TU Wien kann man
im Personalakt des Wagner von der Mühl,
der dort 1934 -1938 und 1945 - 1950 als
Honorardozent für Modellieren tätig war,
auch Unterlagen zu diesen widrigen Um-
ständen finden und zudem eine Biographie
-“curriculum vitae“-, wo er nach 1945 in
ICH-Form das darlegt, was auch in den
anderen Lebensläufen aufgelistet ist.
Bildhauer Adolf Wagner von der Mühl
seine Herkunft und sein Werk
- Title
- Bildhauer Adolf Wagner von der Mühl
- Subtitle
- seine Herkunft und sein Werk
- Author
- Anton Brand
- Publisher
- Museumsinitiative Rohrbach
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 4.0
- Size
- 21.0 x 21.0 cm
- Pages
- 244
- Category
- Kunst und Kultur