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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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3.4 Briefe1941 Denn|DukannstDirdenken,wie froh ichwäre,wüßte ichschon,wann Dukommst. Sowollenwir alsodaraufhoffen. Mit dem Fahrrad bin ich wieder ein bißchen gefahren, wie in den ,olden times‘. Es war ganz nett, und auf der Straße gibt es überhaupt sozusagengarkeineAutos.Es istauchsonstrecht leerhier,unddurchaus angenehm.Unberufen,machtauchniemandKrawall. Undüberhaupt:derWagen,der rollt. DasLiebsteundSchönste,undschreibmir rechtbald,und ichwillDir auchbald schreiben. N. 74)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],24.5.1941 M.l.H., ich danke Dir sehr für Dein langes Brieferl. Bis jetzt hat die Post zwischendortundhier sehr raschundgutverkehrt.Aberwie ichhöre, soll der Zugsverkehr ein eingeschränkter geworden sein. – Mir ist so leid,daßesDir inFranzensbaddochnicht sogutgefällt,wie ichanfangs gehofft habe.Nun,DubrauchstDich jaumdieallgemeineBetulichkeit wirklichnichtzukümmern.Esgibteines,das inschwierigenSituationen besondersunangenehmist:nämlichdaswodurchdieMenschenglauben, dieSituation leichterzumachen,– ihreBetulichkeit.Allein ichwillkeine Wortedarüberverlieren,–derGedankeallein ist schonzuunerquicklich. Nicht-Tun ist besser als Tun, sagt derWeise, –oder soähnlich, –und es istdurchNicht-Tuneigentlichnur ineinemFalleUnglückmöglich:wenn, vorher, zu viel getan worden ist. Dann, nämlich, sollte man wirklich etwasunternehmen.AberdochwiederumnurdieAufhebungdesTuns. | Es ist dies ein Gedanke, der mich jetzt oft beschäftigt. Denn auch meinem eigenen Tun soll ja Einhalt geboten werden, – indem die Sache mit der Schwierigkeit bei den Büchern passiert ist. Jedes Ding hat nicht zwei, eshatunzähligeSeiten,und ich fragemich,obdasSchicksal (man sollteeskaumglauben!) inmeinemFallnichtsehrkluggehandelthat. Ja ichbin sogar sicher,dasseseingroßerVorzug ist,wennesmirdieewige –wenngleichhöchstunfreiwilligeSchreibereiunmöglichmacht.Es ist ein Wahn, zu glauben, daß man alles, was man zu sich nimmt, auch wieder von sich geben müsse. Lessing sagt, er habe nur mit der Feder in derHand lesenkönnen.Es ist vielleicht ebensounwürdig,nurmitder Feder in der Hand denken zu können. Es ist falsch, alles umsetzen zu 147
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Title
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Subtitle
Briefe 1938-1945
Author
Christopher Dietz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
468
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