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3.4 Briefe1941
Vielleicht kann man morgen baden. Der Bernau kommt dieses Jahr erst
im Juli. Bei den Janningsen bin ich hin und wieder, aber nicht allzu oft.
Beider Jula ist dasEssen rechtgut.Abends lese ichStifter, undOssian
undsolcheSachenundschlafebaldein.MeinHĂ€schen, ich freuemich,
dass Du Dich zu gewöhnen anfÀngst, aber bis Du Dich wirst gewöhnt
haben,wirstDu jawiederabreisenâAnwelchemTagreisestDu?Das
LiebsteundSchönste!
St.W.,d.30.Mai1941.
N.
77)AnMariaCharlotteSweceny,St.Wolfgang,3.6.[1941]
M.l.H., ich schreibeDirdiesesBrieferl nochnachFranzensbad, âviel-
leicht kriegst Duâs dort noch, vielleicht muss es Dir schon nach Wien
nachgeschicktwerden.WiedochdieZeitvergeht!Nunistâs schonwieder
so weit, dass dieser Brief Dich dort kaum erreicht. Ich bin aber froh,
daĂ, ab morgen, die ZĂŒge wieder besser verkehren, so daĂ Du also eine
bequemere Heimfahrt haben wirst, als vorauszusetzen gewesen ist. â
Ichhoffe,Duhast angenehme(d.h.nichtunangenehme)Feiertagege-
habt. Hier ist das Wetter sehr schön gewesen. Ich habe gebadet, bin mit
demBootgefahrenundeinwenigaufdieBerghÀngegegangen.Heute
regnetâs. Ich habe mich, diese beiden Tage, recht erholt. Ich lese jetzt
einBuchĂŒberdie Jesuiten.Es ist zwarnichtgutgeschrieben,gibt aber
doch einen ungefĂ€hren Begriff. Eigentlich sollte ja der ,Mars im W.â nun
schongebundensein.Aber ichglaube, er ist nochnicht fertig. Siehaben
mir ausgedruckte Bogen geschickt. Darauf steht: Erste bis fĂŒnfzehnte
Auflage. Sollten sie tatsĂ€chlich 15000 StĂŒck gedruckt haben? â Was
mitden ,Sizilienâ seinwird,weiĂmannochnicht. IchhabeNachricht,
daĂderColbatzkyherumreistunderstMittedieserWochenachBerlin
zurĂŒck=|kommen wird. Dann sollen die beiden Guten, er und Suhr-
kamp, sich einigen. â Von der Ufa habe ich einen Brief, daĂ sie meine
Vertragsbedingungenannimmt,dasheiĂt, imWesen[sic!]: daĂsiemir
im Sommer einen Drehbuchautor herschicken, der das Drehbuch, im
Wesentlichen, selber machen wird, und ich werde ihn mit Ezes versehen
und ihmdenDialogdiktieren.Nunhandelt sichâs alsodarum,wieden
Leuten das Treatment gefĂ€llt. Davon weiĂ ich noch nichts. In der ,Dameâ
sind die ,Inschriftenâ erschienen, und zwar im Faksimile. Sieht ganz
eigenartig aus. Das Tagblatt hat in seiner Pfingstausgabe sogar zwei von
den Inschriften ganz spontan nachgedruckt. Ich glaube, der Abdruck
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik