Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Page - 199 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 199 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Image of the Page - 199 -

Image of the Page - 199 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Text of the Page - 199 -

3.5 Briefe1942 fortwährend beschäftigen ... Nun schön: ein Durchfall wäre mir wegen meiner weiteren Projekte unbequem gewesen. So, wie’s ausgegangen ist, ist’s für allesZukünftigegut. MitdenLeutenvonderBavariahabeichgesternundheuteausführlich gesprochen. Sie haben auch bei jener Stelle angefragt, welche meine Beurlaubungzupro=|pagierenhat, underfahren,daßdieSache, sehr befürwortet, schonanmeinenVorgesetztengeleitetwordensei.Hoffen wir alsoauf einevernünftigeLösung. Hier ist’s regnerischundziemlichkühl,das istmirangenehm,denn sehrpeinlichwäreesmir,wennesheißwäre.Mir istnur leid,daß ich fürchtenmuß,daß Ihr inGasteingleichfalls kein schönesWetterhabt, ja daß es kalt ist und daß es die Berge herunterschneit. Hoffentlich habt Ihr’s sonst gut getroffen. Die Leute, die in Gastein gewesen sind und die manhier spricht, tunnicht sehrentzückt. Emil hat mir geschrieben, daß er am 24. kommen will. Er muß ir- gendwelcheNachaufnahmen fürdenBismarck-Filmmachenundsich, zudiesemZweck,wiederdieHaare scheeren[sic!] lassen. Nun, ichwollte, ichwäreschonwieder fort.HierwirddieStadt immer stiller, unddas istmir lieber, alsdaßsie lärmendwäre. IchhabevielZeit fürmich, aberdasnütztmirnichts.Dennhierhabe ichnochnieeinen Einfall gehabtundwerdewohlauchkeinenhaben. | Ich lese wieder im Nachsommer. Es ist erstaunlich, daß Stifter das Buch inLinzgeschriebenhat.Oberesaberüberhaupthätte schreiben können, wäre er in Berlin gewesen? Und es gäbe doch über so vieles etwas zu sagen. Aber hier fliegen alle Gedanken davon. Man kann in Wien, auchwennmangarnichts zu tunhat, aufdenGassenherumge- henundkommtaufdiesenoder jenenGedanken.Aberhierwüßte ich nicht,woranmandenkensollte.Es spielt sichalles ineiner sonderbar ausgeschalteten Zeit ab. Es ist mir jetzt vollkommen begreiflich, daß die Deutschen immerzu reisen wollen. Vielleicht leben sie gar nicht wirklich hier, sondern sie lebenvonderZeit, die sie anderswowaren. – Zu essen gibt’s nicht allzu viel Erfreuliches. Es bleibt sich zwar im allgemeinen gleich, nur was drum herum ist, wird immer weniger, zum BeispielGetränkeunddergleichen. Hast Du das Peperchen und den Wunderer schon getroffen? Wenn Du sie siehst, sogrüße sieherzlichvonmir. Heute abends bin ich bei den Vollbachs eingeladen, | und es heißt, ich kriege eine Hummermayonnaise. Vielleicht gehe ich, vorher, auch nochauf einenSprungzuBenn,derauchdort inderNähewohnt. 199
back to the  book Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945"
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
FWF-E-Book-Library
Title
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Subtitle
Briefe 1938-1945
Author
Christopher Dietz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
468
Categories
Weiteres Belletristik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny