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ZUR DATIERUNG:DerBrief lässt sichmithilfedesaufden4.September
1940 datierten Briefes (Nr.53), in dem ALH auf seinen – vermutlich
währendLS’Aufenthalt abdem10. Juli (Nr.50) inSt.Wolfgangmünd-
lich erteilten – Auftrag, ihm in Wien einen Band Adalbert Stifter zu
besorgen, Bezug nimmt, auf den späten August 1940 datieren – ebenso
wie der nächste Brief (Nr.52), in dem ALH ähnlich wie im vorliegenden
nachLS’diesbezüglichenRechercheerfolgen fragt.DieVorbereitungen,
die ALH im vorhergehenden Brief traf („Nun werde ich Dir ein feines
Zimmerleinnehmen[...]“), deutendaraufhin,dassLS füreinigeZeit
nach St.Wolfgang kam. Gut möglich, dass sie – die es gewohnt war,
für Wochen, ja Monate auf Sommerfrische zu gehen – den größten Teil
desSommers inSt.Wolfgangverbrachte.DieswĂĽrdeden rechtgroĂźen
AbstandzumvorgehendenBrief erklären.
MinisterRust ]BernhardRust (1883–1945),von1933–1945Reichsmi-
nister fĂĽrWissenschaft,ErziehungundVolksbildung.Das in seinerAmts-
zeit erlassene „Gesetz zurWiederherstellungdesBerufsbeamtentums“
hattedieEmigrationzahlreicher (vorallem jĂĽdischer)Wissenschaftler
zurFolge.
RegierungspräsidentenvonSalzburg ]Dr.AlbertReitter (1895–1962),
Regierungspräsident und Gauhauptmann (1939–1945), ursprünglich
Rechtsanwalt, galt als sehr kulturinteressiert. Zu R. siehe Heinz Dopsch/
Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs – Stadt und Land. Salz-
burg:VerlagAntonPustet1981–1991,S.1120,1151,1157,2387,2527f.
Schalk ] Anton Schalk (1868–1951), trat 1902 gemeinsam mit Gleich-
gesinntenausder „AlldeutschenVereinigung“GeorgRitter vonSchöne-
rers ausundgründetemit ihnendie „FreialldeutscheVereinigung“ (ab
1903„DeutschradikalePartei“).Die „Deutschradikalen“bzw. „Alldeut-
schen“ setzten sich füreineVereinigungallerDeutschsprachigenunter
derFĂĽhrungPreuĂźensein.
Schönerer ]GeorgRittervonSchönerer (1842–1921),deutschnationa-
ler Politiker, ĂĽbte u.a. groĂźen Einfluss auf Adolf Hitler aus (vgl. Birgitte
Hamann:HitlersWien. Lehrjahre einesDiktators.MĂĽnchen:Piper1996,
S.337–363).
Tschau ] „Den Rekord an Popularität [in St.Wolfgang, C.D.] aber hält
nach wie vor Emil Jannings. – – Hier ist es am schönsten. Zwischen
Bäumen der See, den Abschluß des Panoramas bilden die weißen Stein-
halden des Toten Gebirges. [...] – – Jeden Morgen um sechs geht es im
Bademantel hinunter zum See. Mit einem Satz sind er und seine beiden
Chow-Chow im Wasser“ (Karl Kraus: In einer Nummer. In: Die Fackel
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik