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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts
ten RichardStein undschufen unterderen Dach die „Collection Manz“.
IndieserReihewurdenWerkeder französischenLiteraturdes18.und19.
Jahrhunderts in Neuausgaben aufgelegt und – zu erheblich günstigeren
Preisen als dort – in den frankophonen Raum verkauft; darunter Werke
vonBalzac,Baudelaire, Flaubert,Hugo,Stendhalundanderen.113 Eine
weitere Edition mit dem Namen „Larousse“ legte zeitgenössische franzö-
sische Schriftsteller auf.114 Aber auch dem Kunstbuch-Sektor hatte man
sich zugewandt: Unter der Ägide Oskar von Sax’, des Ehemanns von
Emmy Stein, entstanden ein Neues allgemeines KĂĽnstler-Lexikon sowie
BändemithochwertigenReproduktionderWerkevonMoritzMichael
Daffinger, Jean-Auguste-Dominique Ingres,AlbrechtDĂĽrer,Tizianusf.115
Die Erfahrung des mittlerweile über 70-jährigen Seniorchefs und der
kaufmännische Innovationsgeist des Juniors brachten die Firma heil
ĂĽber Krieg, Ende der Monarchie und Weltwirtschaftskrise. 1926, als die
Absätzeder „CollectionManz“ rückläufigwaren, konntemandieReihe
guten Gewissens wieder einstellen. Um 1930 begannen sich dann bei
Richard Stein gesundheitliche Probleme bemerkbar zu machen. Sein
Sohn Robert berichtet, dass der fĂĽr seine Strenge und Umsicht bekannte
Vaterbegann,beruflicheVerpflichtungenan ihnzudelegieren.116 Von
„langem schwerem Leiden“ ist im Nachruf in der Neuen Freien Presse117
die Rede; von einem „lange[n] Leiden [...], über dessen Natur sich
dieÄrzte langenichtklarwerdenkonnten“, schreibtMumelter.118 Am
6. Oktober 1932 stirbt Richard Stein im Alter von nur 61 Jahren im
WienerSanatoriumHimmelhofan„Herzlähmung“.119 „Wirverlieren“,
113 Siehe hierzu Hall: Ă–sterreichische Verlagsgeschichte I, S.64, wo auch die Verlagswer-
bung wiedergegeben wird: „Sorgfältig erlesene Auswahl für alle Gebildeten des In-
undAuslandes.Ungekürzte, literarisch sorgfältiggeprüfteTextebeliebtesterAutoren.
Gediegene, einheitlichegeschlosseneAusstattung:Schöner, leicht lesbarerDruck.Gu-
tes Papier. Handliches Format. Den heimischen Verhältnissen und dem Bedürfnis des
Gebildetenangepaßteerschwingl. Ladenpreise!“, sowieMumelter:DieGeschichtedes
VerlagshausesManz, S.145ff, die imWesentlichenHallsAusfĂĽhrungenwiederholt.
114 Marcel Prevost, Paul Bourget, Alfred Capus u.a., vgl. Junker: Der Verlagsbuchhandel in
derRepublikĂ–sterreich,S.184.
115 RestedieserAuflagensindnochheute imLagerdesManzVerlagserhalten.
116 R.Stein: Festrede100JahreManz,S.10.
117 7.Oktober1932.
118 Mumelter: Die Geschichte des Verlagshauses Manz, S.158. Markus Stein, Richards Enkel,
ĂĽberliefertdieAussageseinerMutterLiane,RichardSteinseianMagen-oderDarmkrebs
gestorben(MarkusF.Stein:PersönlicheMitteilungandenVerfasser [Tonbandprotokoll].
Wien.16. Juli 2009).
119 Toten-Schein,AuszugausdemTotenbuchederevang.PfarrgemeindeH.B.Wien-West;
Band1932,Seite6,Zahl21(SteinFA).
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Title
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Subtitle
- Briefe 1938-1945
- Author
- Christopher Dietz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Size
- 15.5 x 23.5 cm
- Pages
- 468
- Categories
- Weiteres Belletristik