Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Page - 262 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 262 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich

Image of the Page - 262 -

Image of the Page - 262 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich

Text of the Page - 262 -

262 ImNamenderEmanzipation ich sage ganz ungeniert«). Etwas »ganz ungeniert« zu sagen bedeutet, auf etwas stolz zu sein,was üblicherweise geächtetwird und für dasman sich »genieren«,alsoschämenmüsste.DerVorwurfder rassistischenodervorur- teilsbehaftetenRede,dieuntergegebenensozio-kulturellenBedingungenals schambehaftetgilt,wirdhieralsorhetorischeingepreistundvorwegzurück- gewiesen. Die bekundete Empathie soll den angenommenen Vorwurf ent- kräften.Eineandere, verwandteStrategie ist, aufMuslimInnenoderandere ›Andere‹ impersönlichenFreundes-undFamilienkreiszuverweisen,umun- ausgesprochenenVorwürfezubegegnen.Sie taucht inzwei Interviewsauf: »Hunderte–nein,hunderteistübertrieben,aberdutzendeFreundevonmir, buntgemischt, jüdischerHerkunft,arabischerHerkunft,das istnieeinThe- ma.«(B2m) »MeineSöhnesindbeide in [eine internationaleSchule]gegangen.Alsoda hab’ ichdieganzenpositivenSeitenvonMigrationundvonGlobalisierung undvonInternationalitäterlebt.AlsomeineKindersindaufgewachsenmit Palästinensernund IsraelisundnigerianischenKindernund jüdischenKin- dernundmuslimischenKindern, fürdie istdasganznormal.« (D1f)2 Beide InterviewpartnerInnen–eine Journalistin und ein Journalist, die für unterschiedliche Boulevard-Tageszeitungen arbeiten – verweisen auf diese persönlichenKontaktealsTeil einerverteidigendenRede.ImerstenFall ant- wortet derRedakteur aufdie Frage,obderBegriff »Islamophobie« in seiner ArbeiteineRollespiele.ErgehtabergarnichtaufdieFrageein,sondernstellt dieLegitimitätdesBegriffes selbst inFrage: »DasistkeinePhobie.EsgibteineDistanzzuDingen,diedortgangundgäbe sind,bei Fundis,unddiewirdanichtwollen. [Sowie]  SteinigungvonMen- schenalsSanktion.AberistdaseinePhobie,wennichsag’, ichwilldasnicht? Glaub’ ichnicht.Dannsagicheinfach, ichwill’snicht.« (B2m) Daran schließt ermit der oben zitierten Aussage von den »bunt gemisch- tenFreunden«an,offensichtlich,umdiedarinzumAusdruckGleichsetzung vonMuslimInnenmitreligiösbegründetenGewaltpraktiken(»Steinigungvon Menschen«)als legitimerscheinenzu lassen.ImzweitenFalldistanziert sich dieJournalistindurchdenzurSchaugestelltenpositivenBezugzuMigration undGlobalisierung auch vonder eigenen LeserInnenschaft.Die Erfahrung, 2 DieAuslassungdientderAnonymisierungderInterviewpartnerin.
back to the  book Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich"
Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Title
Im Namen der Emanzipation
Subtitle
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Author
Benjamin Opratko
Publisher
transcript Verlag
Location
Bielefeld
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
366
Keywords
Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Categories
Weiteres Belletristik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Im Namen der Emanzipation