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7Â Â Â VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 263
dassderUmgangmitMuslimInnen»ganznormal«sei,bleibejenenMenschen
vorbehalten,die ihreKinderaneinebessereSchuleschickenkönnten.Andie
obenzitierteAussageschlieĂźt siean:
»Nur,das ist einganzkleinerBereichderGesellschaft,wosichdasabspielt
undwo’snormal ist.UndÖsterreichalsGanzeswirddaganzlangbrauchen,
bis sie da zu einemMiteinander, zu einemmöglichst guten gefundenha-
ben.«(D1f)
In ihrerGesamtheitkönnendiezahlreichenDistanzierungenvonrechtsund
vonRassismus nicht alleine oder hauptsächlich als Entlastungsstrategie in-
terpretiertwerden.SelbstwenndiesozialeErwĂĽnschtheitnicht-rassistischer
RedeEinfluss auf die Formulierungen hat, heißt das nicht, dass sich–wie
in der sogenannten Latenzhypothese angenommen– ›hinter‹ dermanifes-
tenÄußerungeinelatenterassistischeEinstellungverbirgt.Dieindividuellen
EinstellungenderBefragtensind,wie inKapitel 3 ausfĂĽhrlichdargelegt,auch
garnichtGegenstanddervorliegendenArbeit.AlsbedeutsamfĂĽrdieAnalyse
kann jedochgelten,dassmehrereGesprächspartnerInnen sichund ihr pro-
fessionelles Umfeld–die Zeitungs- undMedienbranche– als imVergleich
besondersweit vonrechtenpolitischenPositionenentferntdarstellen.Wieei-
ne Journalistin im Interview sagt: »Ichunterstelle einmal Journalisten,dass
sieehermigrantenfreundlichersind«(G1f).ÄhnlicheFormulierungentauchen
mehrfachauf,z.B.:
»DassjetztwirklichwerpathologischeineAbwehrhaltungeinnimmt,inmei-
nemBekanntenkreisnicht, da inderRedaktiongarnicht, gut, aberwirha-
bennatĂĽrlichauchdaeineSelektion inRichtungweltoffeneMenschen,be-
stimmtekönnensichjadaaufDauernichthalten.« (E2m)
»Also ichglaub’ ja,dass indenMedienehersoeinKonsensherrscht, inden
meisten,dassmanirgendwieversucht…dassmankritischistgegenüberdie-
sersehrpolarisierendenFormderFPĂ–,dassdiemeistenJournalistendaeher
eineGegenpositionhabenodervorsichtigsind.« (G2m)
Diese Charakterisierung des professionellenUmfeldswird stets positiv be-
wertet.Manpositioniertsichineinem›migrantenfreundlichen‹oder ›weltof-
fenen‹Milieu,bezieht sichpositiv auf einenangenommenenKonsensgegen
dieFPĂ–.
AuchPassagen,diealsBeispiele fĂĽrDiskurspraxenderTemporalisierung
analysiertwurden,weisen immerwieder solcheDistanzierungenauf.Diese
Im Namen der Emanzipation
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
- Title
- Im Namen der Emanzipation
- Subtitle
- Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
- Author
- Benjamin Opratko
- Publisher
- transcript Verlag
- Location
- Bielefeld
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4982-0
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 366
- Keywords
- Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
- Categories
- Weiteres Belletristik