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hungen abgelagert. Die genannten Herren mögen untereinander um die
Palme ringen, wer den ersten Preis verdient, wenn es gilt, Deutsche
beschmutzen zu wollen. Die deutschen Studenten aber mögen, wenn
ihnen auch die Faust nach der Hundspeitsche zuckt, daran denken, daß
aus ihren Reihen Goethe und Schiller, Fichte und Kant, Wagner, Bis-
marck und zahllose andere Riesen des Geistes hervorgegangen sind. Sie
mögen Tschuppik und Kuh den billigen Ruhm gönnen, auf den Spuren
Heines und Börnes zu wandeln. / Nur eine Folgerung mögen die Stu-
denten und noch mehr deren Eltern aus solcher Kloaken-Journalistik
ziehen: Hinaus mit der Judenpresse aus jedem nichtjüdischen Hause.
Hinaus vor allem mit dem ›Neuen Wiener Journal‹! Das Verbreitungs-
gebiet der ›Sonn- und Montags-Zeitung‹ ist ja eng begrenzt. Das ›Neue
Wiener Journal‹ aber wird besonders von Frauen, von den Müttern der
›Trotteln‹ so gerne gelesen. Hier tut Einkehr und etwas mehr Selbstach-
tung not.«52
Karl Sedlak legt nach. Ihm beweisen Tschuppiks und Kuhs Auftreten
gegen antisemitische Exzesse vor allem eines: »Daß es mit allen Mitteln
angestrebtes Ziel, den dummen Deutschen gegenüber geschickt ver-
schleierte Absicht ist, jüdische Diktatur im ganzen deutschen Lande, auf
allen Gebieten deutschen Schaffens und Wirkens aufzurichten, deutsches
Wissen sich botmäßig zu machen und Hand zu legen auf deutsches
Schulwesen, um die einmal ergatterte Herrschaft der Juden über die
Deutschen dauernd zu sichern. Und wie sie jetzt wüten, wie sie geifern,
alle, nicht bloß jene, die selbst Schüler der Prager deutschen Hochschule
sind und dort deutsche Wissenschaft in sich aufgenommen haben, die
es ihnen ermöglichte, dann in den Reihen der Deutschen jüdisch für das
Judentum zu wirken, auch jene, die in deutscher Sprache ihrer deut-
schen Vergangenheit fluchen, wie dieser Anton Kuh, und auch jene, die
als Deutsche an der Prager Hochsule studierten, aber, im jüdischen
Geiste erzogen, glauben in der Altstadt ein Zentrum deutschen Geistes-
lebens erblicken zu müssen, weil Anton Kuh und Emil Kuh an der
Lese- und Redehalle deutscher Studenten in deutschen Worten jüdisch
geredet und mit deutschen Gebärden für ihre jüdische Sache in deutschen
Kreisen geworben haben. Zu welcher Erbärmlichkeit ist doch dieser
Karl Tschuppik herabgesunken, der die mannhafte Haltung der Studen-
ten die ›Rache des Trottels‹ nennt. Dieser Tschuppik ist ein Bild jenes
Deuschen, der von den Juden mit vollem Erfolge für ihre Zwecke er-
zogen wurde. Daß auch er aus der Prager Universität hervorgegangen
ist, ist schlagender Beweis dafür, daß es für die Notwehr der deutschen
Studenten gegen weitere Verjudung ihrer Hochschule höchste, aller-
höchste Zeit war.«53
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Anton Kuh
Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Anton Kuh
- Subtitle
- Biographie
- Author
- Walter Schübler
- Publisher
- Wallstein Verlag
- Location
- Göttingen
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8353-3189-1
- Size
- 13.8 x 22.2 cm
- Pages
- 576
- Category
- Biographien