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Anton Kuh - Biographie
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142 allen historisch-humanistischen Salben geschmierter Würdenbold‹. Genug, genug! Wir wollten ja nur beweisen, daß richtig ist, was wir eingangs dieser Zeilen behauptet haben, und der Jude Kuh hat uns an der Hand des Baruch den Beweis geliefert.  – Und jetzt schreien wir in alle Welt  – und alle Welt kennt unseren Goethe  – die Frage hinaus: Tut der Deutsche wirklich unrecht, wenn er sich gegen die Juden stellt, ist der Antisemitismus als Empörung gegen jüdische Wirtschafts- und Geistesknechtung berechtigt oder nicht?«1 »Sprengstoff« nennt Franz Blei2 die Auswahl aus Ludwig Börnes Schriften, die Anton Kuh 1922 im Verlag der Wiener Graphischen Werkstätte herausgibt, »stachlig« nennt sie Hermann Wendel3 ebenso treffend: Wie von der Tarantel gestochen, weiß sich die nationalsozia- listische »Deutschösterreichische Tages-Zeitung« (kurz »Dötz«) der Zumutung nicht anders zu erwehren, als sich in paranoidem Antisemitis- mus zu ergehen. Unter den Kapitelüberschriften »Der Typus«, »Die Deutschen«, »Der Judenpunkt«, »Politik und Volk«, »Goethe« und »Literatur« stellt Kuh auf 265 Seiten Texte und Exzerpte aus den »Briefen aus Paris«, den »Kritiken«, den »Vermischten Aufsätzen« und den »Fragmenten und Aphorismen« aus der dreibändigen Ausgabe »Ludwig Börne’s gesam- melte Schriften«, Stuttgart o. J. (Reclam), zusammen  – und wird mit seiner Auswahl der in der »Nachbemerkung« formulierten Program- matik gerecht: »Dem Herausgeber lag daran, aus zweitausend, durch ihre Stoffbedingtheit oft schon verwelkten Seiten einen Extrakt zu ziehen, der eine Literaturlegende Lügen straft und des Autors zeit- genössisches Anrecht  – vielmehr: Vorrecht  – nachweist. Es kam also vorwiegend jener Teil Börnes in Betracht, der noch tagbezüglich fort- lebt.« Mit seinem fünfundzwanzigseitigen einleitenden Essay, einer leiden- schaftlichen Würdigung des begnadeten Polemikers  – nur daß er »aus der Dachstube ›Baruch‹ in die Zehnzimmerwohnung ›Börne‹ übersiedelte«, kann sein Herausgeber nicht verwinden4  –, erweckt Kuh den als »Klas- siker« mit Goldschnitt-Gesamtausgabe in den Katakomben der Lite- raturgeschichte Modernden zu sprühendem Leben: »Der Datums- beschränkte um hundert Jahre voraus!« Klarer und lapidarer noch als ein Heinrich Mann und ein Maximilian Harden habe Börne die deut- schen Verhältnisse auf den Punkt gebracht  – die aktuellen: »Jeder Satz könnte das Erlebnis von 1921 zur Voraussetzung haben, an jedem Wort klebt das Blut der Zeiterfahrung. Anlaß und Sinn sind oft so über- raschend gegenwartsgleich, als sei eine Chronik im Übersatz geblieben, ohne ihren Tag zu verpassen.«
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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