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Anton Kuh - Biographie
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168 Technik) die beste Mischung geben, hat sich der Esprit auch der unte- ren Schichten bemächtigt.«43 Bei seiner tiefen Abneigung gegen das sogenannte »Tendenzstück«, den dramatisierten Leitartikel und die dialogisierte Volksbildungs- broschüre sind ihm solche Abende lieber, »als wenn es im Text proble- matelt und der Spieler seinen Tiefsinnkren dazu gibt.«44 Deshalb begrüßt er im September 1919  – da auch »welsche« Stücke wieder auf Wiener Bühnen gespielt werden dürfen  – das Lustspiel »Jeanne qui rit« (»Sie lacht«) von Maurice Soulié und Charles Daran- tière: »O unersetzliches odeur d’Entente, beschwingteste Frechheit, leichtestes Roben-Spiel. Eine dünne, wie aus Zündhölzeln gebaute Sache, deren Einfall hart an ein tragisches Sexualproblem streift: Jeanne lacht, sooft  … daher versagt ihr Mann, sooft  … Französisch ist das Spiel der Gedanken-Punkte (bei einem deutschen wären es breite Gedanken- Striche).«45 Sieht in Mazauds »Le cocu« (»Dardamelle, der Betrogene«) und Courtelines »Mimensiegen« die »alte Franzosenart: vom Worte ausgehen  – ein Stück Mensch durchschreiten  – und wieder ins Wort münden«.46 Schätzt, trotz mancher Albernheiten, Sardous Komödie »Die guten Freunde«: »Hier ist ›Timon von Athen‹-Witz in Konversa- tionsübertragung. Es gibt ebensoviel Stellen darin, wo Sardou der En- kel Molières, als solche, wo er bloß der Großvater Sacha Guitrys ist. Und immer genug Grazie, daß sie sogar allen überlegenen Terrainkennt- nissen des Zuschauers Stand hält.«47 Das »frohe Wohlbehagen«, das Franzosenstücke wie diese Komödie Sacha Guitrys auch dann hinter- lassen, wenn ihr Gerüst durchschaubar ist, komme von einem »inneren Wohlgeruch ihrer Menschen«: »Sie riechen innerlich  – durch den Man- gel an Gesinnung.« Die »Leichtigkeit, Munterkeit und Eleganz« dieser Stücke, was sei das andres als eine »chronische Unobstipiertheit durch Überzeugungen«?48 Franz Herczegs quick tänzelnde Komödie »Blaufuchs« vom »Haus- freund (sprich: Freund des Hauses), der den Mann, um sein Jugendideal betrogen, zur Scheidung von der ungetreuen Gattin drängt, um sie dann mangels Qualifikation zum Hausfreund (sprich: Freund der Hausfrau) selbst zu ehelichen, dieses Spiel zwischen dem Geliebten, der mit den ethischen Hörnern, dem Mann, der mit der gemütlichen Grille, und der Frau, die mit dem Blaufuchs zur Welt gekommen ist«, stellt Kuh noch über die von ihm so geschätzten »Franzosenstücke«: »Aus dem leicht gerührten Schaum, den die eine Hand psychologisch und die andere arithmetisch quirlt und beide so rasch, daß man nicht mitkommt, wird eine Crème à la Boelsche. (Lasterweibchen : Tugendmännchen, wobei die Tugend despotischer Besitzerwahn und das Laster schmiegsame
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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