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Anton Kuh - Biographie
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182 »Kuh Drohbrief, bittet um Schutz!« lautet ein Eintrag im Arbeits- kalender Johann Schobers, des Wiener Polizeipräsidenten, unter dem 28. April 1924, vier Tage nach dem Konzerthaus-Vortrag »Was ist un- sittliche Kunst?«.122 Da tobt gerade die von Völkischen gegen Bettauer entfesselte Kampagne. Am 11. März 1925 ersucht Imre Békessy um Schutz, am 30. März auch Ernst Ely, Redakteur und zeitweise verant- wortlicher Redakteur der »Stunde«.123 Hans Habe berichtet von einer »Todesliste«, die im Mai 1925 in den Räumen einer nationalsozialisti- schen Jugendorganisation gefunden worden sei. Der Name seines Vaters, Békessys, sei der zweite auf dieser Liste gewesen. »Im Wagen meines Vaters saß jetzt neben dem Chauffeur stets ein Detektiv; in seinem Redaktions-Vorzimmer lösten sich die Polizisten ab; unser Haus war Tag und Nacht bewacht; ein Detektiv holte mich von der Schule ab. Vom Tage des Attentats gegen Bettauer wußte mein Vater, daß die neue Zeit der Epoche der Inflation offen den Vernichtungskrieg angesagt hatte.«124 Anton Kuh rechnet offenbar mit völkischer »Selbsthilfe«. Nicht von ungefähr. Herwig Hartner bezeichnet Anton Kuh, »in dem sich der schlimmste Geist [der ganzen geschlechtlich revolutionären] Richtung in einer von aller Geistigkeit verlassenen, frechen und hemmungslosen Art« auslebe, in seiner antisemitschen Hetzschrift »Erotik und Rasse«125 als »nächste[n] Geistesverwandte[n]« Bettauers; dessen Wiener Vortrag »Was ist unsittliche Kunst?« vom 22. April 1924, der »von Unflätigkei- ten [ge]strotzt« und »nicht mehr als eine Zotenorgie« dargestellt habe, als »Verherrlichung des Geschlechtserlebens im Sinne Bettauers«. Das »Wiener humoristische Volksblatt«  – so der Untertitel  – »Kikeriki!« druckt Hartners Machwerk in Fortsetzungen ab  – die Anton Kuh be- treffende Passage in der Nummer vom 9. Mai 1926  –, und das jeweils mit der in einer redaktionellen Vorbemerkung formulierten Begrün- dung: »Da wir im Interesse der Aufklärung unseres Volkes über die Methode des Judentums zur Untergrabung und Vernichtung ›christ- lich-arischer‹ Moral, d. h. der Widerstandsfähigkeit unseres Volkes, diesem Buche die weiteste Verbreitung wünschen.« Die Fälle Kadivec und Bettauer resp. Rothstock bei der Hand, steg- reift Anton Kuh am 17. April in der Prager Urania zum Thema »Die Diktatur der Bureaukratie«. Wie gereizt die Stimmung und wie prekär der Friede zwischen den Prager Deutschen und der tschechi- schen Mehrheitsbevölkerung noch Mitte der 1920er Jahre ist, veranschaulichen die Vorfälle rund um den begeistert akkla- mierten Vortrag. Zwei Tage danach beeilt sich die Urania, in der »Bohemia« fest zustellen: »Zur Beachtung! Die Leitung Prag, Urania, 17.4.1925, 20 Uhr: Wien – Prag oder: Die Diktatur der Bureaukratie
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter SchĂĽbler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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