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Anton Kuh - Biographie
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184 deutsche Minorität, für diese Qualen bekomme. Mit dem Resümee: »Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Qualen, mit denen das hier herrschende System namentlich die deutsche Bevölkerung bedrückt und terrorisiert. […] Wir sehen also, daß ein Vergleich zwischen Prag und Wien immer noch zugunsten der Donaustadt ausfällt. Man kann die Wiener Polizei und Bürokratie mit den schwärzesten Farben malen, ohne daß man an die hiesigen Zustände herankommt. Denn hier ist alles Polizei, vom Kesselflicker bis zum Minister, und jeder tschechische Patriot rechnet es sich zur Ehre an, den Spitzel und Denunzianten zu spielen, wo er nur kann. Von Demokratie ist nicht eine Spur. Und wenn der Vortragende etwas unklar sagt, daß man in der Tschechoslowakei etwas für die Qualen der Bürokratie bekommt, so können wir Deutsche ergänzend hinzufügen: Ja, Fußtritte, Schikanen und Schmähungen.«131 Die »unverschämte und freche Weise«, in der das »jüdisch-liberale Prager ›Montagsblatt‹« über die »hiesigen Verhältnisse« berichte, reizt wiederum »Národní politika« zum Zorn und zur unverhohlenen Dro- hung gegen dessen Herausgeber: »Pane Oskare Kuh, pozor! [Herr Oskar Kuh, geben Sie acht!]«132 Der verwahrt sich in einer Replik gegen die Unterstellung der »Ná- rodní politika«, erst der Wahlsieg Hindenburgs habe ihm den Kamm schwellen lassen, und wischt die Drohung der »tschechischen Hetz- notiz« ungerührt vom Tisch: »Indes was ihre Drohung anbelangt, so sagen wir: to nás netuži  – das berührt uns nicht.«133 Auswuchs der gehässigen »Konzipistenbureaukratie von der 11. Rangs- klasse abwärts«: Im Juli 1925 wird Adalbert Graf Sternberg, »das Enfant terrible auf der parlamentarischen Bühne Altösterreichs«,134 wegen Be- leidigung der Republik oder, wie es im amtlichen Kommuniqué heißt, weil er sich »über die gegenwärtige österreichische Staatsform, über die Regierung und über die öffentlichen Einrichtungen Österreichs in nicht wiederzugebenden Ausdrücken in einer Weise geäußert [hat], die sich kein Staat von einem Ausländer bieten lassen kann«,135 ein drittes Mal des Landes verwiesen. Etwas konkretere Angaben zum Ton, den Stern- berg bei einer Versammlung der »Kaisertreuen Volkspartei« im Gast- haus »Zum grünen Baum« am 25. Juni angeschlagen hat, finden sich in den Kalendernotizen des Polizeipräsidenten Johann Schober unter dem 26. Juni: »Jockey-Club  – ein Dutzend Warme! / Unter diesen Verhält- nissen kann von keinem Rechtsstaat die Rede sein, sondern man muß sagen, daß dieser Sau-Staat von organisierten Schweinehunden regiert wird und jedwedes Recht verlorengegangen ist.«136 Tschechoslowakischer Staatsbürger, ist Sternberg behördlicherseits in Wien nur der »probeweise Aufenthalt gegen jederzeitigen Widerruf«
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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