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Anton Kuh - Biographie
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193 die Motive Békessys. Er hat die mit dem Auto unternommenen Vor- tragsreisen des »Chefredakteurs« der »Fackel« mit den »Erpreßreisen« des Administrationschefs der »Stunde« gekontert. Was ihm, dem »Ver- ächter der kapitalistischen Sitten«, wie ihn »Die Stunde« verhöhnt hatte, als Prasserei vorgeworfen wurde, habe für ihn den angenehmen Neben- effekt, ihn »für eine Stunde dem Pestgehege, in dem sie ausgebrüllt wird, zu entrücken, um«  – ein sehr bescheidenes Vergnügen  – »statt ihrer eine Nachtigall schlagen zu hören«. An der naiven Serenität und Bescheidenheit, mit der Kraus sich dar- gestellt hat, entfaltet Kuh seine Polemik. »Das zarte Gemüt! Billiger gibt er’s nicht. Wegen der Nachtigallen hält er seinen Tatra-Nessels- dorfer. […] Mit Liliencron, Matthias Claudius, Hölty tief in der Seele verwandt, fährt er auf den Cobenzl, um keineswegs, wie es seine, von  belustigten Zuschauern im Café Imperial festgestellte Art ist, fünf- zehn  Indianerkrapfen en suite zu schlucken, sondern um die von Herrn  Hübner eigens für die weltabgewandten, lyrischen Besucher vom Schlage Krausens gezüchtete Nachtigall schlagen zu hören.« Er bespöttelt die von Kraus geltend gemachten ethischen Motive  – er brauche das Automobil für seine Vortragsreisen  –, für ihn wieder einmal das »spezifisch Kraussche Ethospetetos«, und die »irrsinnig schwatzsüchtige Kindischkeit, mit der er da unter weihevollster Sprach- bemühung ausplauscht, daß das Auto eine ›Mezzie‹ war. Fehlt nur noch, daß der vergötterte Sänger des Ases, der die Nachtigallen so gerne schlagen hört, noch intimere Bagatellen seines Daseins zu einer riesen- großen Sprachschweinsblase aufbläht, etwa in dieser Art: / ›Wahr- haftig, die Hose, die ich in Nächten, da das Wort den Gedanken herbei- rief, an meinem Schreibtisch durchsaß, hat, war sie auch um vierzehn Kronen zum Goldstand des Friedens weit billiger erstanden als jene Gürtelröcke der Erpresser, die das Prassertum preisen, ihrem Träger so  sehr das Gewissen für jene geschärft, die nicht Brot auf sie haben, daß er sie jetzt noch auszöge, wenn sie nicht doch zu gut erhalten wäre.‹  / Kurz, die ›Stunde‹ ist mit der Entdeckung, daß Karl Krausens Auto sich mit seinem Fußgänger-Ethos in Widerspruch befindet, im Unrecht.«40 Am 8. Oktober 1925 greift Kraus unter dem Titel »Hinaus aus Wien mit dem Schuft!« in einem Vortrag im Konzerthaus Békessy erneut ve- hement an41, affichiert unter anderem dessen Vorstrafenregister mit einer ganzen Liste von Verurteilungen wegen Verleumdung, Erpressung und Betrug.42 Die »Stunde« antwortet mit einer neuerlichen Veröffentlichung des retuschierten Photos auf Seite eins in der Ausgabe vom 10. Oktober und veröffentlicht tags darauf ein »Preisausschreiben« Anton Kuhs, in
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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