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Anton Kuh - Biographie
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208 »Wehe dem, der das letzte Wort hat« oder: Außer Spesen nichts gewesen Anton Kuh lobt am 11. Oktober 1925 in der »Stunde« erneut einen Preis für einen »unbanalen, originellen, noch nicht dagewesenen Na- menswitz« über ihn aus resp. einen, den der »unglückliche Namens- träger« nicht schon selbst über sich gemacht hat.1 Er hat nämlich erfah- ren, daß letzterer Vorgabe zum Trotz »ein Vortragsaffe« ihn einen »Cowboy«, sprich Kuhbuben, geheißen hat. Von »so gewitzten Pfad- findern wie Békessy und seinen Cowboys« war in der »Fackel« vom Oktober 1925 die Rede.2 Karl Kraus fühlt sich durch die Bezeichnung »Vortragsaffe« be- schimpft, die sich nur auf ihn beziehen könne, weil Kuh sie im Zu- sammenhang mit der Tatsache verwendet, daß er ihn einen »Cowboy« genannt habe, was Kraus wiederum rundweg abstreitet. Mitte November reicht Kraus Privatklage gegen »Die Stunde« ein, konkret gegen den verantwortlichen Redakteur Fritz Kaufmann und Anton Kuh, wegen »Ehrenbeleidigung, begangen durch die Presse«. Das »Preisausschreiben«  – als Gewinn ausgelobt war ein Exemplar von Kuhs in Vorbereitung befindlicher Broschüre: »Itzig oder Jesus?«  – wurde am Tag vor der Hauptverhandlung in einem Prozeß-Vorbericht3 erneut abgedruckt, begleitet von einer Karikatur, die »herabsetzenden Charakter trage, da sie Karl Kraus mit affenähnlichen Zügen versehe«, wie es in einer erneut eingebrachten Privatklage heißt, und versehen mit dem Hinweis: »Anton Kuh bittet uns […] um die Mitteilung, daß er den Vortrag ›Der Affe Zarathustras‹ demnächst strafweise in Prag und Berlin zu wiederholen gedenke.« Donnerstag, 21. Januar 1926, Strafbezirksgericht I, Wien II, Schiffamts- gasse 1, Verhandlungssaal 33. Schon Stunden vor Beginn der Hauptver- handlung um halb zwölf Uhr finden sich Gerichtskiebitze, die sich rechtzeitig einen Platz sichern wollen, derart zahlreich ein, daß der vorsitzende Richter, Oberlandesgerichtsrat Christoph Höflmayr, fest- stellt, man werde die Verhandlung so nicht durchführen können, und laut überlegt, den überfüllten Saal räumen zu lassen. Die Zuschauer zeigen jedoch nicht die geringste Lust, dieser Aufforderung Folge zu leisten und sich das erwartete Spektakel entgehen zu lassen.4  – Sie sollten auf ihre Rechnung kommen.
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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