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Anton Kuh - Biographie
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214 punkt schwankend und erwägt schon einmal, fünf gerade sein zu lassen: »Obwohl die Fälle noch immer auseinander zu halten wären, ob ein auch privat gehaltenes Sexualleben enthüllt, oder ein solches, von dem der Betroffene selbst Aufhebens oder woraus er zumindest kein Hehl macht, so muss ich doch erklären, dass ich selbstverständlich niemals weder in Wort noch in Schrift, weder direkt noch indirekt, die sexuel- len Angelegenheiten des Beschuldigten berührt habe.« Als schwere Schmähung empfindet er die Bezeichnung »Intelligenzplebejer« sowie den Satz »Ich schäme mich, mit lauter Stimme den Namen des Mannes zu nennen, den ich nur flüsternd sage: Karl Kraus«. Sowohl die Identifi- zierung seiner Person mit der des Narren aus Nietzsches »Vom Vorüber- gehen« wie auch der Satz »Das nenne ich die Geburt des Ethos aus dem Geist des Ases« beinhalte eine schwere Ehrenbeleidigung, da das Wort »Ases« »einen Menschen niedrigster Frechheit« bezeichne. Samstag, 5. Juni 1926, Strafbezirksgericht I, Wien II., Schiffamts- gasse  1, Verhandlungssaal 16, 11 Uhr. Anton Kuh erscheint nicht zu der auf diesen Termin anberaumten Hauptverhandlung. Er hat am 3. Juni ein ärztliches Attest über eine akute Blinddarmentzündung beigebracht. Kraus beantragt am 7. Juni die Festnahme Kuhs und Verhängung der Verwahrungshaft. Nicht nur die Beantragung dieser drastischen Maß- nahmen straft Kraus’ Versicherung Lügen, man solle sich nicht in der Hoffnung wiegen, er werde zerspringen16  – was schon mit Blick auf die Vehemenz der zwei Seiten langen Tirade, die dieser Versicherung vor- angeht, unglaubwürdig ist  –, auch der Furor, mit dem er seine privat- detektivischen Aktivitäten in den darauffolgenden Tagen entfaltet, vermittelt den Eindruck, daß Kraus sehr wohl am Zerspringen ist. Verständlich: Kraus hat mehrfach vergeblich versucht, die Autoren der anonym in der »Stunde« erschienenen Schmähungen gerichtlich ermit- teln zu lassen, nun hat er endlich einen derer, die ihm monatelang auf der Nase herumgetanzt waren, dingfest gemacht  – und der sollte ihm nicht mehr durch die Lappen gehen. Sofort nach der Rückkehr vom Bezirksgericht ruft Samek um drei Viertel 12 Uhr im Hotel Beatrix an und verlangt Kuh zu sprechen. Man teilt ihm mit, daß Kuh sich gerade in ein Sanatorium begeben habe; in welches, könne man ihm nicht sagen. Am Nachmittag versucht Samek erneut sein Glück in Kuhs Hotel, wieder vergebens. In keinem der daraufhin kontaktierten Wiener Sanatorien ist Kuh als Patient aufge- nommen worden. Nun ruft Kraus selbst im Hotel Beatrix an, stellt sich als Dr. Simon aus Berlin vor, der Herrn Kuh in einer Verlagsangelegen- heit zu sprechen wünsche. Kuh fällt auf diese Finte nicht herein und läßt mitteilen, daß er einem Gespräch nur dann nähertreten könne,
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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