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Anton Kuh - Biographie
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234 1926 In Berlin sind die riesigen Verlagskonzerne mit ihren Hunderten Zeitun- gen und Zeitschriften, die großen Blätter, die vermeintlich unermeß- liche Chancen bieten. Berlin ist aber ein hartes Pflaster. Über dem An- halter Bahnhof, der Eingangspforte in die Spree-Metropole, hängt die imaginäre Aufschrift: »Auch auf Sie haben wir nicht gewartet!«16 Kuh fällt es indessen nirgendwo schwer, Fuß zu fassen. Er hat es nicht, wie so viele andere, nötig, zu antichambrieren, Klinken zu put- zen, mit Manuskripten in der Tasche von Redaktion zu Redaktion zu hetzen, ganze Nachmittage bei »Jädicke«, einem Kaffeehaus vis-à-vis dem Ullstein-Verlagshaus, zu hocken, um einen Auftrag zu ergattern.17 Kontakte hat er während seines Jahrs in Berlin, 1920, geknüpft, die renommierten Hauptstadt-Zeitungen, die »Voss«, das »Berliner Tage- blatt« die »B. Z. am Mittag«, laden ihn vermehrt zur Mitarbeit ein, er  publiziert im »Tage-Buch«, der Anfang 1920 als bürgerliche, aber ebenso radikal oppositionell-demokratische Konkurrenz zur »Welt- bühne« gegründeten Wochenschrift, der »Querschnitt«, das »intellek- tuelle Journal des Luxus und der Moden der Weimarer Republik«18, zählt ihn seit August 1925 zu seinen regelmäßigen Beiträgern. Es ist nicht an ihm anzuklopfen, man ersucht ihn vielmehr um Beiträge, etwa das mondäne Magazin »Die Dame«, bei dem Kuh, kaum in Berlin an- gekommen, unter dem frivolen Titel »Die erste Nummer« seinen Ein- stand gibt. Im Mai 1925 figuriert er auch unter den »bekanntesten Persönlichkei- ten des geistigen Deutschland«19  – darunter Heinrich Mann, Siegfried Jacobsohn, Alfons Paquet und Egon Erwin Kisch  –, deren Antworten auf die Rundfrage zum Ausgang des sogenannten Tscheka-Prozesses die »Welt am Abend« veröffentlichte. Ein Protest gegen die drakoni- schen Urteile, die der Leipziger Staatsgerichtshof im Verfahren gegen die an einem kommunistischen Umsturzplan vom Oktober 1923 Beteiligten gefällt hat: drei Todesurteile, langjährige Zuchthaus- und Gefängnis- strafen. Ein über Parteigrenzen hinweg als krasser Fall von Polit- und Klassenjustiz wahrgenommenes Verdikt, das nach einer achtwöchigen Farce von haarsträubend einseitiger Beweiswürdigung über die An- geklagten gesprochen wurde. Kuhs Stellungnahme: »Es ist lächerlich und überflüssig, sich mit der Macht pathetisch auseinanderzusetzen  – ihr also etwa vorzuhalten, daß ihre Gerichtsurteile eine Schmach sind. / Das Scheußliche, Magen- umdrehende in einem Fall wie dem Leipziger Urteil ist nur das daraus sichtbare  – allerdings typisch deutsche  – Bedürfnis, die Willkür mit
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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