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Anton Kuh - Biographie
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243 Revue des ›Admiralstheaters‹ wird bei Besprechung des Sketchs die ›Verdeutschung des Herrn Anton Kuh aus Wien‹ festgestellt. Da diese Hervorhebung bei Unbeteiligten die Meinung erregen könnte, als ob mein Geschmack, mein Urteil oder mein literarisches Talent zur Aus- wahl und Qualität dieses Sketchs in einer Beziehung ständen, bitte ich Sie, loyalerweise folgendes mitzuteilen: / Der gleiche Sketch diente in Paris, wo er um nichts besser war oder wirkte, bloß den Coupletvorträ- gen des berühmten Komikers Dranem und den Tanzdarbietungen seiner Partnerin Suzette O’Nil zum Gerüst. An seine nackte Wiedergabe hätte dort niemand gedacht. Ich hatte ihn weder auszuwählen noch zu bearbeiten, sondern war lediglich mit seiner Übertragung beauftragt.«38 Einhelliges Lob hingegen, als Kuh kurz darauf, am 18. Mai, ab 20.30 Uhr in der »Berliner Funkstunde« zwanzig Minuten lang über Peter Altenberg improvisiert und er den »Afrikaforscher der Alltäg- lichkeit«39 gegen die Zumutung in Schutz nimmt, er sei der »Chef- Chemiker« der »Duftei des Donau-Feuilletonismus« und Ahnherr des gern als »Wiener Note« bezeichneten »Subtilitätengeflunker[s] und Ge- dankenpunktgetüftel[s]«. Kuh stellt ihn seinem Berliner Hör-Publikum vielmehr als »Genie des Lebens«, als »Falstaff und Diogenes in der Verfleischlichung eines Wiener Nachtlokalgastes von 1914« vor.40 Reichlich Erholung von den Berliner Kalamitäten bietet der Sommer 1927: ein Aufenthalt in Genia Schwarzwalds »Künstler-Konklave«41 am Grundlsee, ein Urlaub an der Ostsee mit Magda Sonja und Friedrich Fehér, der dazu genutzt wird, das Drehbuch zu »Maria Stuart« zu er- arbeiten,42 und Ende August auch noch, wie so oft, eine Sommerfrische in Bad Ischl.43 Auf einem Abstecher zu den Salzburger Festspielen lernt Kuh am 16. August bei einem Mittagessen im »Österreichischen Hof«  – mit am Tisch: Grete Kainz, Witwe nach Josef Kainz, die Burgschauspielerin Lili Marberg und ihr Gatte, der Innenarchitekt Karl Hans Jaray, der »Simplicissimus«-Redakteur Hermann Sinsheimer und Tilly Wede- kind  – Kadidja kennen, Tochter von Tilly und Frank Wedekind. Schon hier, in großer Gesellschaft, und erst recht beim Fife o’clock tea und dann beim Abendessen in einem Salzburger Bierkeller nimmt er die frühreife Sechzehnjährige völlig in Beschlag, hält ihr »Vorträge über [ihr] Aus- sehen und [ihren] Charakter«, überschüttet sie »mit einem Schwall verworrener Worte, quält [sie] mit ganz absurden Bitten und Vor- schlägen«, wird schließlich »sentimental und behauptet, daß er wahn- sinnig in [sie] verliebt sei«, und schenkt ihr zu guter Letzt auch noch, gleichsam als Beglaubigung, sein Monokel. »Aber, was will er von mir?  – –  – –  – ???«, notiert sie irritiert in ihr Tagebuch.
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter SchĂĽbler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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