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Anton Kuh - Biographie
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309 an Grundsätzliches rührt. Er stellt klar, daß »ihm nihil humanum noch weniger alienum als allen Schreibern vom Brecht-Bronnen-Schlage«, um ein für allemal den Verdacht auszuräumen, sein Protest gegen »neu- modischen Literatur-Unfug« entspringe sittlicher Entrüstung.10 »Nicht namens der beleidigten Kunstform  – also von der äußersten Rechten  –, sondern vom Standpunkt der beleidigten Wirklichkeit wird hier das Wort ergriffen, nicht zum Schutz der Kunst, sondern zum Schutz des  Lebens. Und was daran nach einer Umschreibung des Ausdrucks klingt: ›Das ist zu stark!‹  – das bedeutet ein im Wahrheitssinn gemein- tes: ›Das ist zu schwach!‹ Warum diese zeremonielle Verwahrung?« Weil Autoren vom Schlage Bronnens ihre Kraßheit strategisch einsetz- ten zur Immunisierung vor Kritik. Sofort würde der Vorwurf laut, sie seien verzopfte, zimperliche Mucker und Reaktionäre. Hier liege der Schwach punkt der Kerle, die »mit Wickelgamaschen in die deutsche Literatur der Gegenwart einmarschiert sind«: »Die Kühnheiten, die ihre Blößen decken, sind ihre eigentlichen Blößen. / Denn sie zeigen besser als alles andere, wo sich Papier für Fleisch und Renommisterei für Wahrheit gibt! / Und hier muß ich meinen Einspruch erheben: namens der geschändeten Schändungen und vergewaltigten Vergewaltigungen nämlich gegen die herostratische Knabenphantasie, die mit ihnen solchen Mißbrauch treibt. / Wie verletzend unwahr, wie aufreizend unerlebt sind doch diese Gewagtheiten  – Kraftrenommagen, in denen ein Abc- Schütz der Liebe wühlt. / Es gibt eine besondere Obszönität: die Un- sachlichkeit. Und es gibt eine besondere Schamverletzung: das Kind beim richtigen Namen zu nennen, das man noch gar nicht kennt und gesehen hat. Die beiden Sünden der Bronnengattung!«11 Vier Jahre später setzt Kuh auf Kurt Tucholskys empörten Verriß des Oberschlesien-Romans »O. S.«12 (1929), dieser distanzlosen Schilderung der blutrünstigen Exzesse des marodierenden Feikorps-Gesindels, dieser Männerphantasie aus »Blut, Vagina und Nationalflagge«13, noch eins drauf, er wundert sich nur, daß Tucholsky, wie viele andere auch, in der salonfaschistischen »Pfuscherei« des Konjunkturritters ein neues Ge- sicht Bronnens erkannt haben will. Es sei ganz das alte: »Der exzessive, der neutönerische, der radikale Bronnen, war er ein anderer? […] War nicht schon Jung-Sexual-Bronnen ein Renommist? Trug Eros bei ihm nicht Wickelgamaschen? Und war dieses Stürmer- und Drängertum nicht bereits das umgestülpte Futter des Hakenkreuzlers? Nein, dieser Kopf hat sich nicht verändert; der Stahlhelm war seine vorbestimmte Zier.«14 Und Bronnens Renegatentum sei in einem Drama seines  – jüdischen  – Vaters, aufgeführt, als Bronnen noch Bronner geheißen habe und Arnolt
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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