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Anton Kuh - Biographie
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338 diese widerspiegelnde Anekdote, deren Varianten schlagend vor Augen führen, welchen Wert das Genre als biographische Quelle hat: »Anton Kuh: ›Ich kam in Berlin Sonnabend an  …‹ Egon Erwin Kisch: ›Ich entsinne mich einer Zeit, wo du noch nicht einmal Samstag gesagt hast.‹«18 Torberg erzählt die Anekdote mit vertauschten Rollen. Bei ihm läßt Kisch, schon ganz »Berliner Schnauze«, aber mit »unaustilgbar prage- risch-jüdischem Tonfall«, eines Tages im »Romanischen Café« die Be- merkung fallen, daß er am kommenden Sonnabend einen Vortrag halten werde. Worauf Kuh »mit mahnend erhobenem Zeigefinger« repliziert: »›Kisch  – ich erinnere mich an eine Zeit, in der Sie noch nicht einmal Samstag gesagt haben  …‹«19 Welche Version ist authentisch?  – Jene Torbergs! Nur hat Kisch, der sich schon Jahre vor Kuh in Berlin ansiedelte, die besseren Beziehungen zur Presse. Der muß den Nasenstüber zwar mit zusammengebissenen Zähnen einstecken, darf sich aber drei Tage darauf über eine Zeitungs- meldung freuen, in der zu lesen steht, daß der wegen seines Witzes be- kannte E. E. K. jenem anderen, Kuh nämlich, zugerufen habe: »Ich habe Sie noch gekannt  …«20 Der Titel einer dritten Variante21  – Besetzung diesmal: Kuh und Polgar  – liefert im übrigen das Tertium comparationis: »Schabbes«: Kaum der jüdischen Mischpoche entlaufen, macht er schon auf Patent- Berliner. Hübsch aufgemachte Anekdoten  – Si non e vero, e ben trovato  –, in zahlreichen Varianten in Umlauf gesetzt: »Anton Kuh, der Ideenspender der Berliner Bohème, hat in seiner Bleibe auch einen gewissen Ort. Mit handlichem Zeitungspapier. ›Warum, o Meister‹, fragt ihn ein Jünger, ›benützet Ihr nicht perfo- rierte, hygienische Rollen?‹ ›Rollen ist eine Sache für Bürger. Von mir muß alles in die Zeitung.‹«22 Kuh wird nicht der letzte gewesen sein, dem dieses (ausnehmend schlecht sitzende*) Geschichtchen umgehängt wurde. Ob’s ihm ein * Fred Hildenbrandt, langjähriger Feuilletonchef des »Berliner Tageblatts«: »[Anton Kuh] gehörte mitnichten zu jenen ehrgeizigen Autoren, die nicht nur Vorschuß verlangten, sondern auch forderten, ihr Beitrag müsse ge- druckt werden. Anton Kuh war zufrieden, wenn er seine Anweisung in der Hand hatte und zur Hauptkasse spazieren konnte. Ob sein Beitrag gedruckt wurde oder verschwand, war ihm durchaus schnuppe« (Fred Hilden-
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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