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Anton Kuh - Biographie
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360 neu erworbenen Güter gegeneinander ins Treffen führen: ich gegen sie den Goethe, sie gegen mich die Chuzbe.«12 Gleich als »Goethe-Schändung« angekündigt wird Kuhs Auftritt in Prag. Am 19. April 1932 spricht er bei den von der Urania federführend programmierten Feierlichkeiten der Prager Deutschen zum 100. Todes- tag Goethes zum Thema »Was würde Goethe dazu sagen?«. Die deutsch- sprachige Prager Tageszeitung »Sozialdemokrat« kündigt die Rede unter dem Titel »Goethe-Schändung der Prager Urania« an und wirft der Urania vor, »daß sie die deutsche Kultur in Prag schlechter vertritt, als es der letzte Zirkus vermöchte«, findet es »besonders empörend […], daß dem literarischen Kammerdiener Békessys gestattet wurde, den Namen Goethes in den Titel seiner Expektoration zu setzen. […] Daß der Kuh sein Pu- blikum und die Urania ihren Rebbach finden werden, macht die Sache nicht entschuldbar; als Sühne würde man höchstens das Eingreifen hakenkreuzlerischer Jungbarbaren ansehen, denen zwar nicht straf- rechtlich, sicher aber moralisch in diesem Falle die Legitimation der Sittenpolizei zustünde, weil sie dem Libertinertum gegenüber noch immer das kleinere Übel darstellen.«13 Kuh zieht nach diesem Hetz-Artikel in seinem Vortrag gegen die verantwortlichen Redakteure des »Sozialdemokrat« vom Leder. Der »Sozialdemokrat« geht daraufhin nicht nur mit der Urania und deren Leitung scharf ins Gericht und wiederholt den Vorwurf, das »Prager Volksbildungsinstitut« habe sich dadurch, daß sie Kuh in seinen Räum- lichkeiten habe auftreten lasse, »zum Zirkus erniedrigt«. Auch das »Prager Tagblatt«  – »das Kulturblatt der Prager deutschen Bourgeoi- sie« (so der »Sozialdemokrat«)  – kriegt sein Fett ab, weil es Kuh immer sehr wohlwollend gegenüberstand. Professor Frankl, der Direktor der Urania, habe einem Redakteur des »Sozialdemokrat« nach einem Vor- trag Kuhs im Herbst 1931, in dem er den »Sozialdemokrat« beflegelt hatte, weil der es zugelassen hatte, daß man ihn, Kuh, dort als »Hof- juden Békessys« bezeichnen durfte,* versprochen, daß er Kuh keine * Die anonyme Leserzuschrift an den »Sozialdemokrat« inklusive redaktio- neller Rahmung (Jg. 9, Nr. 12, 15.1.1929, S. 6) im Wortlaut: »Auf den Kuh gekommen. Ein Leser schreibt uns: ›Weit gebracht hat es die Prager Urania, die in ihrem Wochenprogamm diesmal einen heiteren Abend des Anton Kuh hat, der  – wenn durch sonst nichts  – schon dadurch bekannt ist, daß er zu den Hausjuden des Herrn Békessy in dessen Wiener Glanzzeit zählte. Muß man bei dem Prager »Bildungsinstitut« vielleicht darauf gefaßt sein, demnächst den Békessy selbst am Vortragspult begrüßen zu können?‹  – Man war ja  – möchten wir hinzufügen  – von der Urania, die ohne Zweifel Prag, Urania, Großer Saal, 19.4.1932, 20 Uhr: Was würde Goethe dazu sagen?
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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