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Anton Kuh - Biographie
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392 Zöllners Sohn der eine und Fabrikantensproß der andere, wie sie der Reihe nach aufgerufen werden: Hitler?  – Hier!  – Kraus?  – Hier!  – Haben Sie ja doch sogar die Ethik gemein: im Dauerlauf der Angst die Kühnheit zu erleben und im Wortdampf die Wahrheit. Zwing sie, ste- henzubleiben, und auf dem Erdboden liegt statt ihrer: ein Exemplar des ›Trautenauer Boten‹ und eins der ›Neuen Freien Presse‹.«78 Gut möglich, daß Kuhs Wechsel vom »Bristol« ins »Beatrix« mit dem Vorfall zu tun hat, den Irmgard Keun kolportiert: Weil Joseph Roth, mit dem sie in dieser Zeit liiert ist, und sie im März 1937 im »Bristol« kein gemeinsames Zimmer bekommen, sondern zwei separate mieten müssen, überläßt Roth, der in Keuns Zimmer logierte, das seine Anton Kuh. »Nur hatte Kuh die Gewohnheit, nackt durch die Korridore zu laufen; in dieser Verfassung überraschte ihn einmal das Zimmer- mädchen, und er wurde hinausbefördert.«79 Der Wechsel des Hotels ist durch zwei Meldezettel »belegbar«, an- sonsten dünnen die »Quellen« für die Jahre ab 1933 aus zu Hörensagen, Hearsay, Ondit. Von Kuhs Aufenthalt in London ist kaum mehr über- liefert als die dürre und nicht überprüfbare Information, daß er »be- kanntlich Mitarbeiter Alexander Kordas in London« war. Kuh scheint allerdings in keiner »Filmographie« des ungarischstämmigen Film- magnaten auf. Erhalten haben sich zwei Vertragsentwürfe über Treat- ments zwischen Kordas »London Film« und Kuh vom 1. November 1934 und vom 23. März 1935, in denen von einem provisorischen Titel »The Man without Laughter« (»a talking motion picture starring Charles Laughton«) resp. »The Abbé Liszt« die Rede ist. Adresse je- weils: »Mr. Anton Kuh, Savoy Hotel, Strand, W.C.« Leo Perutz trägt sich Ende Oktober 1936 mit der Idee, Korda seinen »Schwedischen Reiter« über Vermittlung Anton Kuhs zur Verfilmung anzutragen.80 Auch eine briefliche Mitteilung Alfred Polgars an Berthold Viertel vom 29. Januar 1936 deutet auf ein Naheverhältnis hin: »Bei Korda wirst Du, mit mir und einem Wiener Stoff, kein Glück haben. Dort ist Anton Kuh Kind im Hause.«81 Paul Marcus weiß gar zu berichten, daß der »Grandseigneur unter den Filmproduzenten« Kuh »ernährt« habe. »Mit ihm war er ein merkwürdiges Abkommen eingegangen: Kuh bekam wöchentlich einen bestimmten Betrag, für den er sich den ganzen Tag etwas einfallen lassen mußte; niemals aber durfte er abends Korda sagen, was ihm eingefallen war  – unter Verlust seiner Gage.«82 Ein Gerücht auch und nicht verifizierbar, was der »Morgen« in seiner Ausgabe vom 16. September 1935 unter dem Titel »Anton Kuh kämpft um Millionenerbschaft« kolportiert: daß »der geistsprühende Kritiker theatralischen und politischen Geschehens, Wiens ›Anton‹«, um eine
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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