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Anton Kuh - Biographie
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398 wer erbt sie dann logisch aus seinen Händen?  … Die Totengräber!  … Zur Besetzungsfrage lieferte Kuh das Bonmot: jeder Dramenheld be- komme mit der Zeit etwas von dem Darsteller, der ihn lange gespielt hat; so habe Faust bereits etwas von Dr. Wüllner  – Hamlet freilich dafür von Josef Kainz. Bei diesem Wort entlud sich die lang aufgespei- cherte Zustimmung des Saales zu Ausfälligkeiten gegen Dritte, die bis dahin vergeblich erwartet worden waren.«7  – Auf Einladung des Ver- eins für internationale Kulturarbeit »wiederholt« Kuh diesen Vortrag am 26. November im Preßburger Gemiumsaal unter dem Titel »Ham- let und Faust oder Das Genie und der Bürger«. Nach dreijähriger Pause steht er mit »Shakespeare und die englische Thronkrise« am 14. Dezember 1936 um acht Uhr abends im Saal der Städtischen Bücherei auch wieder einmal vor einem Prager Publikum, vor dem er sich über die »unbewußte Autorschaft« Shakespeares an der Tragödie »Eduard VIII.« ausläßt. Daß er den Umständen des Thronverzichts Eduards VIII.  – als Oberhaupt der anglikani- schen Kirche hätte der britische Souverän seine Geliebte, die geschiedene Wallis Simpson, nicht heiraten können  – nicht trocken chronikal zu Leibe rücken würde, versteht sich. Viel- mehr werde er »bei entsprechend guter Laune ein Bild des gan- zen englischen Haus-, Hotel-, Ehe- und Gesellschaftslebens bieten  – von den Zeitungsinseraten angefangen bis zum Akt der Thronentsagung«, kündigt er in einem Interview an. Es komme auf sein Publikum an, wie produktiv er sich verlieren werde.8 Glaubt man »České slovo«, gelingt ihm das über die Maßen: »Eigentlich wollte er über Shakespeare und über die Thronkrise in England sprechen, be- nötigte dazu jedoch Nestroy, Voltaire, Heine, Börne, Göring, Maurois, die Bolschewiki, Byron, Shaw und mindestens noch drei Dutzend weiterer Namen, um seinen Vortrag richtig breit anzugehen. […] Das Verhältnis des Engländers zum Staat sei wie das Verhältnis des Aktio- närs zur eigenen Gesellschaft, im Gegensatz zum Mitteleuropäer, des- sen Verhältnis zum Staat wie das Verhältnis des geschlagenen Hundes zu seinem Herrn sei.« »České slovo« weiter: »Großartig waren seine Hiebe gegen den Rassismus: ›Der einzige Mensch, der über eine reine oder unreine Rasse entscheiden kann‹, treibt Kuh mit dem Entsetzen Scherz, ›ist der Masseur im Dampfbad.‹«9 Wieder vergeht beinah ein halbes Jahr ohne Nachricht, ehe Kuh seinen Fuß auf kontinentalen Boden setzt: Dem von ihm als »geistige Luftschutzübung«10 bezeichneten Vortrag »Was muß der Demokrat vom Fascismus wissen? oder Wie überlebe ich das Jahr 1937«, spendet seine Prager Gemeinde, die sich am 25. Mai 1937 trotz des frühsommer- Prag, Städtische Bücherei, 14.12.1936, 20 Uhr: Shakespeare und die englische Thronkrise
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Anton Kuh
Subtitle
Biographie
Author
Walter Schübler
Publisher
Wallstein Verlag
Location
Göttingen
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Size
13.8 x 22.2 cm
Pages
576
Category
Biographien
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