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gewissen Denkmalstau gegeben hat, der zu der
signifikanten Denkmalhäufung geführt haben
kann. Aktenkundig ist nur ein weiterer Fall, bei
dem Planung und Realisierung aus politischen
Gründen unterbrochen wurde. Das Denkmal
für den Philosophen Franz Brentano (1838–
1917), der mit der Jüdin Ida von Lieben verheira-
tet war, war bereits fertiggestellt und das Datum
der Enthüllung für den 26. April 1938 festgelegt,
als Anfang April der Termin auf unbestimm-
te Zeit verschoben wurde. Die zwischenzeitlich
eingelagerte Büste des Bildhauers Theodor Geor-
gii (1883–1963) wurde am 12. Mai 1952 enthüllt.
Ganz anders ist der Sachverhalt bei dem
Denkmal für den Gerichtsmediziner Eduard Rit-
ter v. Hofmann (1837–1897), mit dem das Denk-
malwesen an der Universität Wien nach dem
Zweiten Weltkrieg wieder in Gang gebracht wur-
de (Abb. 8). Der Wunsch, Hofmann zu seinem
50. Todestag im Jahr 1947 mit einem Denkmal
zu ehren, entstand noch zur Zeit des nationalso-
zialistischen Regimes. Im November 1945 erin-
nerte der damalige Rektor der Universität Wien, Prof. Ludwig Adamovich, der unter Schuschnigg
Justizminister und ab 1946 Präsident des Verfas-
sungsgerichtshofes war, das Dekanat der medi-
zinischen Fakultät an dieses Vorhaben. Sein En-
gagement erklärt sich aus verwandtschaftlichen
Gründen, denn Adamovich war mit der Enkelin
von Hofmann verheiratet. Im Juni 1946 erfolgte
die formgerechte Antragstellung seitens der me-
dizinischen Fakultät. Bereits in der nächsten Sit-
zung des Akademischen Senats am 6. Juli 1946
wurde der Antrag einstimmig genehmigt. Rek-
tor Adamovich wandte sich daraufhin an den
Bildhauer Michael Drobil (1877–1958) und bat
ihn, einen Entwurf anzufertigen und diesen der
Kunstkommission zur Begutachtung vorzule-
gen. Im September 1947 wurde der Entwurf im
Zimmer des Rektors aufgestellt. Adamovich und
der mit der Denkmalerrichtung beauftragte Prof.
Reuter fanden den Entwurf so gelungen, dass auf
das Gutachten der Kunstkommission verzichtet
wurde und Drobil sofort mit der Ausarbeitung
in Marmor beauftragt wurde.
137zeitgemäss
Abb. 8: Michael Drobil, Denkmal für Eduard von Hofmann im Arkadenhof der Universität Wien/Porträtfoto von Hofmann.
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Title
- Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Editor
- Ingeborg Schemper-Sparholz
- Martin Engel
- Andrea Mayr
- Julia Rüdiger
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- WIEN · KÖLN · WEIMAR
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20147-2
- Size
- 18.5 x 26.0 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
- Categories
- Geschichte Chroniken