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(Abb. 16), das 1987 enthüllt wurde, meldete sich
die artistische Kommission wieder zu Wort und
empfahl – noch bevor ein Künstler gesucht und
gefunden wurde –, dass die neue Büste den be-
reits aufgestellten Denkmälern angepasst werden
soll, damit sie ein passendes Gegenstück zu den
bereits geehrten Professoren bildet. Mit dieser
Position verhinderte die Kommission allerdings
die allfällige Modernisierung des künstlerisch
gestalteten Professorendenkmals im Arkaden-
hof. Obwohl in den 1980er-Jahren auch andere
Künstler, wie Alfred Hrdlicka oder Josef Zenz-
maier, als Porträtbildhauer bekannt waren, fiel
die Wahl erneut auf Ferdinand Welz, der wiede-
rum eine seiner strengen Porträtplastiken liefer-
te, die sich problemlos in den Gesamtbestand der
Professorendenkmäler einfügt.
Nur kurz erwähnen möchte ich die drei
Denkmäler für Tomas Masaryk, Karol Kuzma- ny und Jan Kollar, die in der Ära von Rektor
Ebenbauer aufgestellt wurden. Deren Entste-
hung ist im Zusammenhang mit den Entwick-
lungen in der postsozialistischen Tschechoslowa-
kei zu sehen, was eine gesonderte Untersuchung
wert wäre. Viel wichtiger sind mir im Hinblick
auf die Entwicklung der österreichischen Port-
rätplastik die beiden Denkmäler für den evan-
gelischen Theologen Wilhelm Dantine und den
Philosophen Sir Karl Popper (Abb. 4 und 17).
Aus den Akten zur Errichtung des Denk-
mals für Wilhelm Dantine, die an der Fakul-
tät für evangelische Theologie vorhanden sind24,
geht hervor, dass der Bildhauer Josef Zenzmaier
(* 1933) auf Vorschlag des Dekans Prof. Gottfried
Adam von Rektor Georg Winckler direkt mit der
Herstellung der Büste beauftragt worden ist. In
dem Schreiben vom 2. Juli 2001 wird Zenzmai-
er um einen Kostenvoranschlag gebeten und ge-
fragt, ob die Büste bis zum Oktober fertig sein
kann. Mitte August teilte Zenzmaier mit, dass er
martin
engel146
24 Prof. Rudolf Leeb hat mir die Akten zugänglich gemacht, wofür ich ihm herzlich danke.
Abb. 17: Denkmal für Wilhelm Dantine im Arkadenhof der
Universität Wien/Porträtfoto von Dantine.
Open Access © 2018 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Title
- Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Editor
- Ingeborg Schemper-Sparholz
- Martin Engel
- Andrea Mayr
- Julia Rüdiger
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- WIEN · KÖLN · WEIMAR
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20147-2
- Size
- 18.5 x 26.0 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
- Categories
- Geschichte Chroniken