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ren in einem der beiden klassizistischen Wach-
häuschen der 1818/19 für das großherzogliche
Infanterieregiment errichteten und schon 1821
nicht mehr gebrauchten „Neuen Kaserne auf
dem Seltersberg“ untergebracht. Die Labore, die
weltweit Vorbildcharakter besaßen und heute als
eine Geburtsstätte der modernen Chemie22 gelten,
wurden mit zum Teil originalen Ausstattungsstü-
cken rekonstruiert und 1920 als Liebigmuseum
eröffnet.23 Schon Ende des 19. Jahrhunderts hatte
man im Osten der neu entstandenen Ring- und
Parkanlage, die an die Stelle der ehemaligen Fes- tungswälle rund um die Innenstadt getreten war,
ein repräsentatives Liebig-Denkmal aufgestellt
(Abb. 7 und 11).24 Die Errichtung dieses lange
Zeit einzigen größeren Denkmals im öffentli-
chen Raum hatte nicht die Universität betrieben,
sondern ein zunächst internationales, dann lokal
konzentriertes Komitee von Honoratioren, zu
denen Schüler und Nachfolger Liebigs, Gieße-
ner Professoren und Unternehmer sowie andere
ranghohe Vertreter des Bürgertums gehörten, die
gemeinsam zu Spenden aufriefen.25 Für den Ent-
wurf konnte der renommierte Berliner Bildhauer
GelehrtenGedenken in der Universitätsstadt Giessen 313
22 Broschüre „Liebig-Museum“, Gießen o. J.
23 Vgl. Liebig in Gießen (zit. Anm. 21), S. 27–28; Denkmaltopographie (zit. Anm. 13), S. 345.
24 Vgl. Liebig in Gießen (zit. Anm. 21), S. 25–26; D. Klein, Liebig wird leicht übersehen [= Denk-mal: unikunst 1],
in: uniforum 2/2006, S. 3; Denkmaltopographie (zit. Anm. 13), S. 108–109; J. von Simson, Fritz Schaper, 1842–1919,
München 1976, S. 124–125.
25 Das internationale Zentralkomitee hatte für das Denkmal einen Entwurf von Michael Wagmüller vorgesehen, der
den alternden Gelehrten Liebig zeigte und keine Zustimmung in Gießen fand. So kam es dort zu einer Nachsamm-
lung und dem Denkmalentwurf von Schaper. Vgl. von Simson, Schaper (zit. Anm. 24), S. 124. – Siehe auch die
Liebig-Denkmäler in München (Michael Wagmüller, 1883, Maximiliansplatz) und Darmstadt (Heinrich Jobst, 1913,
Luisenplatz).
Abb. 11: Fritz Schaper, Denkmal für Justus Liebig, 1880er-Jahre/1890 enthüllt, weißer Marmor, Figur ca. 3 m, Sockelfiguren
ca. 1,80 m, Sockel 2,80 m, Gießen, Ostanlage (im 2. WK zerstört; Reproduktion einer historischen Ansichtskarte).
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Title
- Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
- Editor
- Ingeborg Schemper-Sparholz
- Martin Engel
- Andrea Mayr
- Julia Rüdiger
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- WIEN · KÖLN · WEIMAR
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20147-2
- Size
- 18.5 x 26.0 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
- Categories
- Geschichte Chroniken