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Neue MobilitÀtskonzepte und autonomes Fahren: Potenziale der
VerÀnderung176
9.1 Einleitung
Verkehr ist Ausdruck der Befriedigung von MobilitĂ€tsbedĂŒrfnissen mit unterschiedlichen
Verkehrsmitteln â im Alltagsverkehr sind Menschen zu FuĂ, mit dem Fahrrad, den Ver-
kehrsmitteln des öffentlichen Verkehrs oder dem Pkw unterwegs. Dabei werden zwei groĂe
Gruppen unterschieden: Personen mit einer ausgeprĂ€gten PrĂ€ferenz fĂŒr die Nutzung des
privaten Pkw einerseits und Personen mit einer Vorliebe fĂŒr den sogenannten âUmwelt-
verbundâ, d. h. fĂŒr die Kombination aus öffentlichem Personenverkehr (ĂPV), Fahrrad-
und FuĂwegen, andererseits [1]. ZusĂ€tzlich bildet sich seit einigen Jahren die Gruppe der
âMultimodalenâ heraus, die nicht mehr auf ein spezifisches Verkehrsmittel oder einen
bestimmten Verkehrsmittelmix ausgerichtet sind, sondern in ihrem persönlichen Repertoire
der Verkehrsmittelnutzung eine groĂe Bandbreite aufweisen [1, 2]. Dieser allmĂ€hliche
Verhaltenswandel fÀllt mit der Entwicklung neuer MobilitÀtskonzepte zusammen, die zum
einen Weiterentwicklungen des klassischen Carsharing darstellen [3], zum anderen etab-
lierte Mitfahrgelegenheiten um neue Formen ergÀnzen. Zu den bereits realisierten neu-
artigen Konzepten gehören flexible Carsharing-Flotten wie die von Car2Go, DriveNow
oder Multicity, die als MobilitĂ€tsdienstleistungen in GroĂstĂ€dten in Deutschland, aber auch
in zahlreichen StĂ€dten Europas und der USA zur VerfĂŒgung stehen. Parallel dazu ent-
wickeln sich sogenannte Peer-to-Peer-Angebote, in denen private Fahrzeugbesitzer ĂŒber
eine Internet-Plattform ihr Fahrzeug fĂŒr eine Mitglieder-Community bereitstellen. Auf
Internetplattformen wie Mitfahrzentrale oder Zimride bieten Privatpersonen Mitfahrge-
legenheiten auf Strecken und zu Zeiten an, auf bzw. zu denen sie selbst ohnehin unterwegs
sind. ZusÀtzlich etablieren sich derzeit auch mehr und mehr Angebote, wie z. B. Uber oder
Lyft, bei denen die Unterscheidung zwischen (semi-)professioneller Personenbeförderung,
vergleichbar mit einer Taxidienstleistung, und âklassischerâ Mitfahrgelegenheit nicht
immer einfach ist. Die neuen Formen von Carsharing und Mitfahrdiensten entstehen vor
allem in den groĂen StĂ€dten und Metropolregionen der IndustrielĂ€nder.
Das Neue und gleichzeitig auch das Besondere an solchen neuen MobilitÀtskonzepten
besteht in dem hohen Maà an FlexibilitÀt, das diese Konzepte den Nutzern bieten. Fahr-
zeuge des flexiblen Carsharing sind ohne Vorplanung zu einem beliebigen Zeitpunkt und
9.6 Neue MobilitÀtskonzepte jenseits von Carsharing:
Hybridisierung des öffentlichen Verkehrs? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189
9.6.1 Neugestaltung von IntermodalitÀt und Flexibilisierung des öffentlichen Verkehrs . 190
9.6.2 Individualisierung des öffentlichen Verkehrs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191
9.6.3 Verdichtung der Bedienungsmöglichkeiten mit öffentlichem Verkehr . . . . . . . . . . 192
9.7 Implementierung von neuen MobilitÀtskonzepten mit autonomen Fahrzeugen . . . . 192
9.8 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung