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1839.4
Digitalisierung der Alltagswelt als Grundvoraussetzung
[22]. Bardhi und Eckhardt verstehen das „Teilen“ (von den Autorinnen zutreffender als
access-based consumption bezeichnet) als charakteristisches Merkmal einer liquid society,
in der feste Bezugssysteme, wie sie auch durch Eigentum entstehen, zunehmend brüchig
werden [24].
9.4 Digitalisierung der Alltagswelt als Grundvoraussetzung
für neue Mobilitätskonzepte
Die Entwicklung und Erweiterung des Carsharing durch neue Konzepte wie das flexible
Carsharing oder auch das Peer-to-Peer Carsharing ist ohne die Verfügbarkeit von Geräten,
die einen mobilen Zugriff auf das Internet und Kommunikationsanwendungen wie bei-
spielsweise Apps erlauben, nicht denkbar. Zwar präsentieren alle Anbieter ihr jeweiliges
Carsharing-Produkt auch umfangreich im (stationären) Internet; hierbei geht es aber eher
um die Information für die (potenziellen) Kunden als um die unmittelbare Nutzung des
Dienstes. Für den Zugang zu den Fahrzeugen spielen vor allem die mobilen Anwendungen
eine wesentliche Rolle. Sie ermöglichen zunächst die Verortung von Nutzer und
Fahrzeug(en) in Echtzeit; damit erhält der Nutzer die notwendige Grundlage, um sich über
die Verfügbarkeit eines Fahrzeuges zu informieren und zu entscheiden, ob er den Weg zum
Fahrzeug (für den er derzeit je nach Anbieter zwischen 15 und 30 Minuten zur Verfügung
hat) zurücklegen will und kann. Im zweiten Schritt ermöglicht die mobile Anwendung die
Reservierung des ausgewählten Fahrzeugs und bietet eine Navigation zu diesem Fahrzeug
an. Auch das Öffnen des Fahrzeugs erfolgt bei einzelnen Anbietern schon heute über die
mobile Anwendung.
Dabei ist die Einsatzmöglichkeit entsprechender Technologien entscheidend davon ab-
hängig, dass die Nutzer ihrerseits über die technische Ausstattung verfügen, mit der sie
auf das mobil und digital vermittelte Fahrzeugangebot zugreifen können. Tatsächlich hat
der private Besitz von Smartphones in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen.
Während im Jahr 2009 erst knapp 6,5 Millionen Personen in Deutschland ein Smartphone
besaßen, sind es heute über 40 Millionen, also fast jede(r) Zweite. Für das Jahr 2014 wird
erwartet, dass 97 Prozent der verkauften Handys Smartphones sein werden; gerechnet wird
mit dem Verkauf von fast 30 Millionen Geräten [25, 26].
Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Fertigkeiten im Umgang mit Hard- und
Software in allen Gruppen der Bevölkerung zunehmen. So stellt beispielsweise die ARD-
ZDF-Onlinestudie 2013 fest, dass die Zahl der Internetnutzer weiterhin expandiert [27]: Im
Jahr 2013 waren in Deutschland 54,2 Millionen Personen ab 14 Jahren zumindest gelegent-
lich online; das sind 77,2 Prozent der Bevölkerung und damit 800.000 Menschen mehr als
noch im Vorjahr. Verursacher dieses Wachstums ist ausschließlich die Bevölkerungsgruppe
der über 50-Jährigen. Gleichzeitig nimmt die Nutzungsdauer zu: 2013 war der deutsche
Internetnutzer im Schnitt 169 Minuten am Tag online, das sind 36 Minuten mehr als im
Vorjahr. Einen beträchtlichen Anteil daran hat die Unterwegs-Nutzung des Internets, die im
Jahr 2012 erst von 23 Prozent der Nutzer praktiziert wurde, im Jahr 2013 aber bereits von
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung