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19910.3
Entwicklungstrends im automatisierten Fahren
beispiele in diesen abgegrenzten bzw. halböffentlichen Bereichen von Interesse, da dort
bereits einige wichtige Interaktionen automatisierter Fahrzeuge mit der Ă–ffentlichkeit be-
obachtet werden können, was letztlich dem Einsatz im allgemeinen Straßenverkehr zugute-
kommen wird. Das wird im Detail später in den einzelnen Einsatzszenarien diskutiert
werden.
BezĂĽglich der Begrifflichkeit zum automatisierten Fahren bzw. automatisierter Fahr-
zeuge wird in diesem Beitrag die Definition der SAE International J3016 [3] benutzt, d. h.,
es wird nach assistiert, teilautomatisiert, bedingt automatisiert, hochautomatisiert sowie
vollautomatisiert unterschieden.
FĂĽr diesen Beitrag wird aufgrund des speziellen Betrachtungsschwerpunkts der Begriff
des höhergradig automatisierten Fahrens eingeführt; dies umfasst das bedingt-, hoch- oder
vollautomatisierte Fahren. Dieser Schwerpunkt wird gesetzt, da der Schritt ĂĽber das teil-
automatisierte Szenario hinaus, d. h. wenn der Fahrer das Fahrzeug bzw. das System nicht
mehr laufend überwachen muss, zu einer grundsätzlichen Veränderung des Autofahrens
führt. Diese besteht darin, dass der Fahrer während der Fahrt anderen Aufgaben als der
eigentlichen Fahrzeugführung nachgehen kann, später sogar im Falle „fahrerloser“ Fahr-
zeuge gar nicht mehr erforderlich ist. Damit werden für die Individualmobilität auch voll-
kommen neue Betriebs- und Geschäftsmodelle möglich.
10.3 Entwicklungstrends im automatisierten Fahren
Die Beweggründe für die Einführung des automatisierten Fahrens – Sicherheit, Effizienz,
erweiterte Mobilität, Komfort – lassen sich bei verschiedenen Entwicklungstrends auf
diesem Gebiet beobachten. Dabei sind die einzelnen Aspekte unterschiedlich stark ausge-
prägt und hängen deutlich vom verfolgten Einsatzgebiet und -zweck ab. Das wird in den
folgenden Abschnitten anhand von derzeit zu beobachtenden Entwicklungstrends genauer
ausgeführt. Dazu beschreiben die folgenden drei Unterabschnitte zunächst die Einfüh-
rungsszenarien, welche die derzeitige Diskussion in der Fachwelt und auch der breiten
Ă–ffentlichkeit widerspiegeln.
10.3.1 Kontinuierliche Weiterentwicklung der Fahrerassistenz:
evolutionäres Szenario
Einer der Hauptakteure des automatisierten Fahrens ist die Automobilindustrie mit ihren
Fahrzeugherstellern und Systemlieferanten. Dabei handelt es sich um die Weiterentwick-
lung von Fahrerassistenzsystemen, d. h. von Konzepten, die den Fahrer bei der Fahrzeug-
fĂĽhrung unterstĂĽtzen. In den vergangenen fast 40 Jahren haben sich derartige Systeme wie
Anti-Blockier System (ABS), Electronic Stability Program (ESP), Adaptive Cruise Control
(ACC) oder Spurhalteassistenz in Pkw und Lkw etabliert, die den Fahrer zunächst bei der
Längs- und zunehmend auch bei der Querführung des Fahrzeugs unterstützen.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung