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22511.2
Autonomes Fahren als Bestandteil von Szenarien zur Stadt von morgen
Die Mobilität im Zieljahr dieses Szenarios (2055) wird als ausgesprochen vernetzt be-
schrieben. Die Autoren zeichnen eine Entwicklung, in der die Mobilitätsnachfrage weiter
ansteigt. Die starke Ausrichtung auf Informations- und Kommunikationstechnologie hat in
diesem Szenario auch die Automatisierung der Mobilität und des Verkehrs vorangetrieben,
nicht zuletzt um die Verkehrsflüsse zu optimieren und Staus zu mindern. In den Städten
ersetzen integrierte Massentaxi-Systeme weitgehend den gewöhnlichen öffentlichen Ver-
kehr. Diese übernehmen das effiziente Abholen und Verteilen von Fahrgästen in Zustiegs-
zonen. Die dafür eingesetzten lokalen Beförderungsfahrzeuge operieren in zugewiesenen
Stadtgebieten und werden von Nutzern mithilfe ihres persönlichen Assistenten angefordert.
Das Netzwerk kalkuliert die effizienteste Route, auch für das Abholen und Absetzen von
mehreren Passagieren, und berechnet den Fahrpreis. Dieses auch als „Schwarm“ bezeich-
nete Netzwerk kann große Datenmengen über die Verkehrslage und Nachfragepositionen
verarbeiten. Die Fahrzeuge können ihre Route anpassen. Passagiere können jedes Fahrzeug
nutzen, anstatt auf eine bestimmte Linie warten zu müssen.
Autonome Fahrzeuge verkehren auf Autobahnen für Langstrecken auf einer eigens für
sie reservierten guided lane, einige auch für Anwendungen über Nacht. Menschen kaufen
größere Autos und fahren weitere Strecken. Diese Fahrzeuge sind mit einer on-board
driverless unit ausgestattet, welche mit automatisierten Systemen entlang der Autobahnen
sowie wesentlicher Pendlerrouten kommunizieren. In dieser Form entstehen Züge auto-
matisch kontrollierter Fahrzeuge, welche mit hoher Geschwindigkeit eng zusammen
fahren.
Die Entwicklung städtischer Strukturen wird in diesem Szenario differenziert beschrie-
ben. Einerseits entstehen stark verdichtete Innenstädte, andererseits setzt sich das Wachstum
suburbaner Gebiete geringer Dichte fort. Während vor allem jüngere Menschen die urbanen
Zentren als Lebensort bevorzugen, entscheidet sich eine wachsende Zahl ein
kommensstarker
Haushalte für einen Umzug an die Ränder der Städte oder in ländliche Gebiete. Trotz stei-
gender Entfernung zu den in der Innenstadt gelegenen Arbeitsplätzen können sie weiter am
intensiven Arbeitsleben teilnehmen, entweder mithilfe von Tele
präsenz unter Nutzung noch
leistungsfähigerer Kommunikationsinstrumente oder durch die bequeme Nutzung des auto-
matisierten Fahrzeugs. Gleichzeitig verschafft sich diese Bevölkerungsgruppe durch das
suburbane Wohnen das Gefühl und die Möglichkeit, sich von dem zunehmend anstrengen-
den und fordernden Arbeitsleben in der hypermobilen Welt zu erholen.
11.2.3 Endlose Stadt
Während die Szenarien der regenerativen und der hypermobilen Stadt die technologische
Entwicklung als einen Motor für Veränderungen von städtischen Lebensweisen, Mobilität
und städtischen Strukturen in den Vordergrund stellen, thematisieren andere Szenarien ein
konträres Bild [12].
Die hier zugrunde liegenden Annahmen sind, dass sich technologische Innovationen
nicht in dem umfassenden Maße durchsetzen, insbesondere aufgrund der hohen Kosten für
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung