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Autonome Fahrzeuge und autonomes Fahren aus Sicht der
Nachfragemodellierung252
tizipierten Nutzung und alternativen Zeitverwendung ist die Mobilitätsstudie 2013 von
Continental [8] hervorzuheben. Allen Studien ist jedoch gemein, dass sie keine Differenzie-
rung der möglichen Ausprägungen des autonomen Fahrens berücksichtigen und nicht auf
die Art der möglichen Verhaltensänderungen oder der potenziellen Einsatzzwecke abzielen.
Aus diesem Grund wurde im Juni 2014 eine Ergebung durchgeführt, die empirische
Aussagen sowohl zu Fragestellungen dieses Beitrags als auch zur Ausgestaltung der
Mensch-Maschine-Schnittstelle (s. Kap. 6) sowie zur Akzeptanz autonomer Fahrzeuge
(s. Kap. 29) ermöglicht. Dabei handelt es sich um eine quasi-repräsentative Onlineer-
hebung, die sich auf die Einstellungen der Befragten bezieht und auf ihre Einschätzung zur
Nutzung eines autonomen Fahrzeugs entsprechend der verschiedenen Nutzungsszenarien
des Projektes. Die nach Geschlecht, Alter, Einkommen und Bildung geschichtete Stich-
probe umfasst jeweils 250 vollständige Fragebögen pro Nutzungsszenario, insgesamt also
1000 Befragte. Der Datensatz erlaubt es, mittels quantitativer Methoden eine erste
Einschätzung zur Haltung verschiedener Nutzergruppen zu autonomen Fahrzeugen und
Mobilitätsangeboten zu erlangen und so die Ausführungen des vorangegangenen Abschnit-
tes zu ergänzen. Ziel der Befragung aus Sicht der Nachfragemodellierung ist es vor allem
zu ergründen, welche Unterscheidungen bei den Nutzern, den Wege- und Einsatzzwecken,
aber auch den Verkehrsmitteleigenschaften für eine Abbildung autonomer Fahrzeuge in
Verkehrsmodellen wichtig sind. Auch sollen mithilfe der Datenanalysen erste Hinweise
darauf erlangt werden, mit welchen Verkehrsmitteln die autonomen Fahrzeuge aus heutiger
Sicht in Nutzungskonkurrenz stehen könnten und wie sich die Reisezeitverwendung und
-bewertung ändern könnte.
Der Fragebogen enthält zunächst Fragen zur Soziodemografie der Probanden, zu ihrem
Kenntnisstand und ihrem Interesse am autonomen Fahren sowie zur bisherigen Nutzung
von Assistenzsystemen. Anschließend wird die momentane Nutzung von und Einstellung
gegenüber den zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln und die übliche Zeitverwendung
bei ihrer Nutzung erhoben. Die Probanden beantworten darüber hinaus für jeweils eines
der im Projektkontext verwendeten Nutzungsszenarien Autobahnpilot, autonomes Valet-
Parken, vollautomatisiertes Fahrzeug sowie Vehicle-on-Demand (s. Kap. 2) vertiefende
Fragen zur antizipierten Nutzung, zum ersetzten Verkehrsmittel, zur Einstellung gegenüber
dem beschriebenen Fahrzeug, zum Bedürfnis nach Interventionsmöglichkeiten, zu ver-
schiedenen Erlebnisaspekten und zu konkreten Gestaltungswünschen. Die Beschreibungen
der Szenarien sind dabei kurz gehalten, um den Befragungsteilnehmern Platz für eigene
Interpretationen zu gewähren. Ein tabellarischer Überblick der soziodemografischen Ei-
genschaften der Befragten sowie der Stichprobenstruktur findet sich in Kap. 6.
12.5.1 Wer kann sich vorstellen, sein bisher bevorzugtes
Verkehrsmittel zu ersetzen?
Um die Wirkung autonomer Fahrzeuge auf die Verkehrsmittelwahl abbilden zu können,
ist es besonders wichtig zu wissen, welche Verkehrsmittel von diesen autonomen Fahr-
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung