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30114.4
Erfahrungen bei der Umsetzung des Transportsystems
szenarien nachgestellt werden können. Danach wird der realitätsnahe Einsatz auf dem
Gelände der separaten Forschungseinrichtung geplant, wo eine größere Zahl realer Nutzer
erwartet wird und jederzeit eine vollständige Überwachung des Betriebs gewährleistet
werden kann.
Zu Beginn des Evaluationsbetriebs sind dann spezielle Szenarien abzubilden, die die
Risikobewertung und entsprechende Sicherheitstests ermöglichen. Dafür sind die Fahr zeuge
beispielsweise mit Hindernissen und anderen Objekten zu konfrontieren. Es sollen reale
sicherheitsrelevante Situationen abgebildet werden, in denen die Fahrzeuge sich in gefor-
derter Art und Weise so verhalten, dass sich keine kritischen Betriebszustände ergeben. Die
Objekte, mit denen die Fahrzeuge konfrontiert werden, sind Fußgänger, Radfahrer, Fahrzeu-
ge aller Art, Tiere und ganz allgemein Gegenstände, die es in dem Betriebsgebiet gibt, wie
beispielsweise Mülltonnen, Pakete, Kartons, Arbeitsmaterial, Pflanzen, Gebäude usw.
Dabei sind stationäre von beweglichen Objekten zu unterscheiden, da erstere in der
digitalen Umgebungskarte definiert werden können und die Bahn der Fahrzeuge dement-
sprechend vorgegeben werden kann. Bewegliche Objekte – in diesem Fall auch solche
Objekte, die nur selten und nur durch Fremdeinwirkung bewegt werden können wie z. B.
ein Schuttcontainer – müssen vollständig von der Umfeldsensorik erfasst werden, um eine
Kollision zu vermeiden. Je nach Eigenart des Objekts sind Betriebsszenarien zu definieren,
sodass ein fĂĽr die Risikobewertung und fĂĽr Sicherheitstests relevantes Verhalten dargestellt
wird: Personen und Fahrzeuge sollten relativ kurzfristig und schnell vor das Fahrzeug ge-
langen können, Mülltonnen und Pakete eher langsamer. Für alle diese Objekte ist das
Verhalten der Fahrzeuge dahingehend zu bestimmen, inwieweit das Objekt rechtzeitig und
zuverlässig genug erkannt und eine Kollision vermieden wird.
14.4.6 Einrichtung des Transportsystems
und Zertifizierung des Personals
Der Hersteller der Fahrzeuge legt fest, wie das Transportsystem mit den selbstfahrenden
Fahrzeugen einzurichten ist. Dazu erfolgt zunächst die Festlegung der Route, die dann mit
einem der Fahrzeuge in einem speziellen Betriebsmodus befahren wird, um die digitale
Karte des Betriebsgebiets zu erstellen. Die Betriebsdaten werden anschlieĂźend editiert,
um stationäre und bewegliche Hindernisse zu kategorisieren. Der Hersteller stellt abschlie-
Ăźend ĂĽber die Einsatzart und das Betriebsgebiet ein Dokument aus, das die Parameter und
Begrenzungen definiert und damit den zulässigen Betrieb auch für eventuelle Haftungs-
fragen genau festgelegt. Diese Festlegungen werden in einem Zertifikat des Herstellers
dokumentiert.
Zur Zertifizierung des Betriebspersonals erfolgt eine Einweisung durch den Hersteller,
bei der operative Anforderungen, funktionale Merkmale, Betriebsarten, technische Details,
Einschränkungen, Risiken usw. erklärt werden und das Verständnis des Systems im prak-
tischen Umgang erlernt und dann auch abgeprĂĽft werden. Der Hersteller dokumentiert die
Zertifizierung und beurkundet damit, welche Personen die Ausbildung absolviert haben
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung