Page - (000345) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Image of the Page - (000345) -
Text of the Page - (000345) -
33316.2
Charakteristika des Verkehrsflusses
Das Wegenetz wird z. B. in freie Strecken und Knotenpunkte aufgeteilt. Gegenstand der
Untersuchungen ist dann entweder die freie Strecke oder der Knotenpunkt, wobei gleich-
bleibende Bedingungen wie Ebenheit, ausreichende Sicht, trockene Fahrbahn etc. vor-
ausgesetzt werden. Hinsichtlich Fahrer und Fahrzeug wird u. a. angenommen, dass deren
Eigenschaften wie Reaktionszeit, Risikobereitschaft bzw. technischer Zustand empirisch
nachgewiesenen Verteilungen folgen.
Es wird zwischen mehreren Formen der Beschreibung des Verkehrsablaufs unterschie-
den. Die mikroskopische Abbildungsweise beschreibt die verkehrlich relevanten Merkma-
le eines Einzelfahrzeugs i:
‡ zeitlicher Abstand t
si
( ) ,
‡ räumlicher Abstand x
mi
( ) ,
‡ Geschwindigkeit v km
hi
/( ) .
Die makroskopische Abbildungsweise betrachtet eine Menge von Fahrzeugen und die re-
levanten Kennwerte eines Verkehrsstroms:
‡ Verkehrsstärke q Fz
h/( ) ,
‡ Verkehrsdichte k Fz
km/( ),
‡ mittlere Geschwindigkeit v km
h/( ).
Der Verkehrsablauf lässt sich erfassen durch Messungen der Kennwerte an einem bestimm-
ten Querschnitt ĂĽber ein Zeitintervall dt durch sogenannte lokale Beobachtungen oder
Messungen zu einem bestimmten Zeitpunkt ĂĽber ein Wegintervall dx als sogenannte
momentane Beobachtungen (s. Abb. 16.1).
16.2.2 Verkehrsflusstheorie
Weder die makroskopischen Kennwerte v, q und k noch die entsprechenden mikroskopi-
schen Werte definieren fĂĽr sich allein einen Verkehrszustand. Dazu ist die Kenntnis ihrer
gegenseitigen Abhängigkeiten Voraussetzung. Die drei makroskopischen Größen Ver-
kehrsstärke, Verkehrsdichte und momentane (streckenbezogene) Geschwindigkeit sind
durch die Gleichung
q k v
k=
â‹… ( )
miteinander verknüpft. Messungen der Verkehrsstärke und der mittleren Geschwindigkeit
ergaben eine nachweisbare Abnahme der Geschwindigkeit bei zunehmender Verkehrs-
stärke, d. h. mit zunehmender gegenseitiger Beeinflussung der Fahrzeuge.
Eines der ersten Modelle zur Beschreibung des Verkehrsablaufs auf der freien Strecke
resultiert aus Beobachtungen von Greenshields [5], der den Zusammenhang zwischen
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung